Im Europaplanspiel „Energie. Macht. Klima.“ erhalten die SchülerInnen der EF die Gelegenheit, in die Rollen von politischen Akteuren zu schlüpfen, um gemeinsam die Klima-Krise zu bekämpfen.

„Sie müssen bedenken, dass es selbst in den wirtschaftlich starken Nationen viele Menschen gibt, die mögliche Steuererhöhungen nicht tragen können. Bitte bedenken Sie auch die sozialen Kosten bei Ihren Entscheidungen!“ Leon aus der EF agiert als Interessensvertreter der Gruppe „Gesellschaft und Wissenschaft“ und richtet seine Ausführungen an den europäischen Rat, die europäische Kommission und zahlreiche WirtschaftsvertreterInnen. Anschließend formuliert er eine der zentralen Fragen des Tages: „Wer soll das alles eigentlich bezahlen?“

Doch was meint er damit eigentlich genau?

Wie in jedem Jahr haben die SchülerInnen der Einführungsphase auch in diesem Jahr die Gelegenheit erhalten, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten im traditionellen Europaplanspiel einzusetzen. Im zweiten Jahr in Folge heißt das Thema „Energie. Macht. Klima“: Die SchülerInnen simulieren hierbei die Vorbereitungen der EU auf internationale Klimaverhandlungen, um eine gemeinsame europäische Position zu finden und eine Klimakatastrophe doch noch abzuwenden. Dass dies gar nicht so leicht ist, bekommen die SchülerInnen hautnah zu spüren, da es unzählige Akteure mit verschiedensten Interessen gibt, zwischen denen erstmal vermittelt werden muss.

An diesem Punkt kommen wir wieder zum Anfang: „Wer soll das alles eigentlich bezahlen?“. Hier ein kleiner Auszug aus der Diskussion zur Finanzierung:

Die VertreterInnen der Nicht-EU-Länder fordern von der EU einen internationalen Hilfsfonds, der insbesondere die Entwicklungsländer bei der Bekämpfung des Klimawandels unterstützt.

Die Europäische Kommission zeigt sich wenig begeistert und bietet eine alternative Hilfe an: „Wir unterstützen die Zusammenarbeit, weisen aber auch darauf hin, dass Zusammenarbeit nicht gleichbedeutend damit ist, dass auch direkt Gelder fließen.“ Die Kommission setze eher auf „gemeinsame Forschungsprogramme und einen wissenschaftlichen Austausch“.

Die WirtschaftsvertreterInnen unterstützen die Kommission und ergänzen: „Wenn die Treibhausgasemissionen der Unternehmen (noch weiter) besteuert werden, dann müssen wir die Kosten an die Endkunden weitergeben.“

„Dann müssen die einzelnen Staaten eben herhalten,“ fordern die internationalen VertreterInnen.

Der europäische Rat zeigt sich wenig begeistert und versucht zu vermitteln: „Wir müssen die Emissionen senken, benötigen jedoch ein realistisches Ziel. Wenn wir unser Ziel nicht erreichen, dann verliert die EU womöglich den Rückhalt der Bürgerinnen und Bürger! Die einzelnen Staaten und die einzelnen BürgerInnen können das nicht bezahlen, aber eine Zusammenarbeit im Bereich der Forschung ist durchaus realistisch.“

Bereits dieser kurze Auszug zeigt, wie schwierig es ist, eine gemeinsame europäische Lösung zu finden und doch sind alle drei Teilgruppen zu individuellen Ergebnissen und der Erkenntnis: „Wir müssen unsere Treibhausgasemissionen drastisch reduzieren“ gelangt. Uneinigkeit herrschte jedoch bei der Beantwortung der Frage aller Fragen: „Wer soll das alles eigentlich bezahlen?“

An dieser Stelle möchten wir am Alde uns nochmals ganz herzlich bei den TeamerInnen vom CIVIC-Institut und der Konrad-Adenauer-Stiftung bedanken! Die Durchführung hat uns allen großen Spaß bereitet und obendrein noch für realpolitische Prozesse sensibilisiert. Super!

(Hv)

Anm. d. Red.: Herzlichen Dank auch an Herrn Hovestädt, der wiederum die Organisation für die Fachschaft Sozialwissenschaften übernommen hat!

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