Zu Besuch im Mathematikum
von Dr. Albert Kapune
Ein Mathematikmuseum: Sind das Räume voll Zahlen oder Tafeln voll mit Formeln? So etwas sucht man im Mathematikum vergeblich. Das Mathematikmuseum in Gießen wurde vor rund 10 Jahren gegründet und bietet auf drei Etagen zahlreiche Exponate. Das Besondere: Hier kann man alles ausprobieren und so besser begreifen.
Die Entscheidung diese Studienfahrt, an der Schüler von Klasse 7 bis 11 teilnahmen, zu Beginn des Schuljahres anzubieten fiel den Mathematiklehrern Rita Friedrich, Elke Kleegraf-Müller, Dr. Andreas Pallack, Johannes Reimann und Klaus-Dieter Schmidt vom Aldegrever-Gymnasium leicht: »Gerade bei komplexen Zusammenhängen ist es einfacher erst einmal einen Eindruck zu gewinnen, um was es überhaupt geht. Das Museum bietet sehr gute Exponate – auch ohne zu rechnen erfährt man viel über Mathematik. Im Unterricht werden die Erfahrungen nun nach und nach aufgearbeitet und vertieft« erläutert Mathematiklehrer Dr. Pallack.
Der intensive Austausch über Mathematik verfolgte noch ein weiteres Ziel: Die Europa-Schule Aldegrever-Gymnasium Soest bereitet sich auf den Besuch ausländischer Gäste vor – nächste Woche startet ein auf mehrere Jahre angelegtes Comenius-Projekt. Da darf natürlich ein mathematischer Rundgang durch Soest nicht fehlen. Johannes Reimann, Fachkonferenzvorsitzender Mathematik: »Wir konnten neue Schülerinnen und Schüler für unsere schulischen Projekte gewinnen – hier vor Ort, in mathematikhaltiger Atmosphäre, konnten Ideen ausgetauscht und erste Vereinbarungen getroffen werden. Der Besuch des Museums gab auch neue Impulse für den Unterricht. Einige der Exponate werden wir sicher nachbauen.«
Das Museum vermittelte auch einen Eindruck von mathematischen Inhalten, die im Allgemeinen der Universität vorbehalten sind. Großer Beliebtheit erfreute sich ein Raum, in dem Seifenlaugen mit unterschiedlichen Drahtformen untergebracht waren – in ihnen entstanden Seifenhäute. Das besondere: Die Seifenhäute nehmen von selbst eine optimale Form ein – es entstehen sogenannte Minimalflächen.
Auf dem Heimweg begann bereits die Nacharbeit – Schüler arbeiteten an Berichten über die erkundeten Exponate. Einen kleinen Wermutstropfen gab es zum Schluss: Das schöne Wetter und ein wahrscheinlich zu steiler Berg überhitzten den Motor des Busses – in Lüdenscheid musste deswegen noch eine Zwangspause eingelegt werden.
Dr. Andreas Pallack
