Wie ein Ex-Alde-Schüler süße Rache nahm
von Dr. Albert Kapune
Rache ist bekanntlich süß – und kann auch lustig für alle Beteiligten sein. Das bewies Torsten Kickelbick, der am Sonntagabend auch die zweite Notte de la musica in der Aula des Schulzentrums moderierte. Diesmal musizierten und sangen Soester für die Aktion Nachbar in Not. Bei diesem Wohltätigkeitskonzert also traf Kickelbick, der ehemalige Aldegrever-Abiturient, seinen früheren Lehrer Karl Heinz Pröpsting, der als Dirigent des Trippenmekers Blasorchester leitete. »Sie haben uns früher immer so rüde aus den Pausen geholt. Nie mit schöner Musik so wie hier, sondern einfach nur mit dem Ruf ›los, kommt, es geht weiter‹«, warf Kickelbick seinem Ex-Lehrer vor. Jetzt aber habe er, der frühere Schüler, das Mikro und könne die Kommandos geben. Und das nutzte er auch sogleich aus. Als die Trippenmekers den bekannten Fetenhit »YMCA« spielte, forderte Kickelbick seinen Lehrer Pröpsting auf, beim Dirigieren den Refrain mitzutanzen. Als das nicht auf Anhieb klappte, ergriff der partyerprobte Kickelbick kurzerhand den Dirigentenstab – damit Pröpsting die Hände frei hatte – und leitete das Blasorchester. Und da klappte es: Die Trippenmekers spielten, der Tanzlehrer dirigierte und der Musiklehrer tanzte. Und das Publikum freute sich.
Es wurde aber nicht nur herumgealbert bei dieser Notte de la musica: Saxofonistin Christina Jacob und Pianistin Raynhild Hartung-Weier hatten zunächst »Pequena Czarda« von Pedro Iturralde vorgetragen, bevor Kammermusik von Astor Piazolla erklang. Es spielten Pavel Tseliapniou, Flöte, und Stephan Schomaker, Gitarre. Die beiden junge Pianisten Lorenz Schönle und Matthias Klatt, Schüler von Christoph Hengst, Klavierdozent an der Musikschule, steuerten den Militärmarsch von Franz Schubert zum Programm bei und der Männerchor concordia unter Leitung von Stefan Madrzak übernahm mit Chorsätzen von Werke von Guiseppe Verdi, Reinhard Mey und Willy Trapp den Gesangspart.
Die Entdeckung des Abends aber war zweifellos das neue jugendliche Saxofon- Quartett Fo(u)r MAAT: Lorenz Schönle und Julia Finger an den Altsaxofonen, Anna-Lena Stiewe am Tenorsax und Maxim Hartmann am Tenorsax legten so rasante und frappierende Versionen von »Ulla in Afrika« und »Wenn I’m 64« hin, dass die Zuhörer begeistert waren. Leider war deren Zahl nur klein und bestand hauptsächlich aus den Angehörigen des Blasmusiker. Schade, aber kein Wunder bei den vielen Konkurrenzterminen.
Soester Anzeiger, 4.10.2011 (bs)
