Unterricht mal anders – Erbgut zum Anfassen
von Dr. Albert Kapune
»Schon komisch, dass sich die Menschen diese weißlich glibbrige Masse, die in machen Kosmetik-Cremes enthalten ist, ins Gesicht schmieren, bemerkte ein Schüler mit Erstaunen.« In weißen Laborkitteln erlebten zwei Schülergruppen des Aldegrever-Gymnasiums die Berufswelt der Biotechnologie.
Sie waren Gast beim Karrieretag Soest 2011 am Dienstag an der Fachhochschule Soest. Kein Vergleich zu Biologieräumen in der Schule: Untergebracht in einem Truck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bot das Biotechnikum auf zwei ausfahrbaren Stockwerken Hightech-Labore, die die Atmosphäre von Wissenschaft und Forschung versprühten. Unter Anleitung von Profis begannen 27 Achtklässler in Begleitung von Biolehrer Jörg Platthaus begeistert mit der Laborarbeit. Ausgerüstet mit Pipetten und Reagenzgläsern wurde das Erbgut von Bakterien isoliert und schließlich sichtbar gemacht. Wer wollte, konnte es sogar anfassen.
Deutlich komplexer wurde es dann im zweiten Teil des Besuchs: Jetzt mussten die Schüler der Jahrgangsstufe 13 des Biologie-Leistungskurses von Sieglinde Radine in die weißen Kittel schlüpfen. Ihre Aufgabenstellung war es: »Wie macht man das eigenen Erbgut (DNS) sichtbar und kann anschließend daraus einen genetischen Fingerabdruck erstellen?« Ein Verfahren, das sich die angehenden Abiturienten im Biologieunterricht theoretisch erarbeitet haben und hier nun einmal praktisch erproben konnten. Dieses Verfahren kannten die Schüler aus CSI und anderen Krimiserien, denn es wird in der Kriminologie eingesetzt. Denn hinterlässt ein Täter nur eine seiner Zellen am Tatort, kann diese Zelle eindeutig über die darin enthaltene DNS diesem Täter zugeschrieben werden.
»So ein Reinschnuppern in die biotechnologische Berufswirklichkeit war doch eine interessante Erfahrung«, resümierten die Aldeschüler zum Abschluss dieses Labortages.
Jörg Platthaus
