Stadtoper, die vierte

von Dr. Albert Kapune

Projekt »Stadtoper«

Die nächste Stadtoper kommt! Die Planungen stecken zwar noch in den Kinderschuhen, aber so viel steht schon fest: Vor den Sommerferien 2013 soll die Mozart-Oper Cosi fan tutte im überdachten Außenbereich des Kulturhauses Alter Schlachthof aufgeführt werden. Initiatoren dieses vierten Stadtoper-Projekts sind wieder Michael Busch und Cornelia Fisch vom Singkulturhaus Almaviva und ihre Freunde. Als Kooperationspartner haben sie den Schlachthof und das Aldegrever-Gymnasium gewonnen. Regie führt – wie bei der Fledermaus im vergangenen Jahr – die Münchnerin Nilufar Münzing.

 

Gespielt wird im Hofbereich des Schlachthofs. Dafür soll keine aufwändige Kulisse gebaut, sondern die Industriearchitektur des Raumes in die Oper einbezogen werden. Im Sommer 2013, vor den Ferien, die am 22. Juli beginnen, sind die Premiere und bis zu sieben Vorstellungen geplant. Mit der Begeisterung für das Projekt wollen die Organisatoren in den nächsten anderthalb Jahren – ähnlich wie mit der Zauberflöte 2005, den Carmina burana 2007 und der Fledermaus 2010 – wieder die ganze Stadt anstecken.

 

Diesmal jedoch wollen sie besonders Jugendliche gewinnen. Für sie ist ein eigenes Rahmenprogramm geplant, an dem sich Friedrich von Mansberg beteiligt, der als Tenor in den drei Vorgänger- Projekten mitgewirkt und Erfahrung mit Jugendarbeit hat. Jungen Leuten das Genre Oper näher zu bringen, das sei es, was eine Stadtoper leisten könne, meint Michael Busch, der musikalische Leiter.

 

Über Pläne und Hoffnungen zu Cosi fan tutte sprach Bettina Boronowsky mit den Beteiligten.

  • Warum haben Sie ausgerechnet Cosi fan tutte als vierte Stadtoper ausgewählt?

(Michael Busch, musikalischer Leiter) Weil wir vor allem Jugendliche ansprechen wollen. Viele Probleme und Fragen, die junge Leute haben, finden sich in dieser Oper wieder. Es geht um Liebe, um Verwicklungen, um Treue, um Geschlechterrollen. Dazu möchten wir die Jugendlichen in die Produktion einbinden und zum Mitmachen einladen. Vielleicht kriegen wir es ja auch hin, eine Vorstellung ganz allein für Jugendliche sponsern zu lassen 

  • Was reizt Sie besonders an Cosi fan tutte?

(Nilufar Münzing, Regisserin) Diese Oper ist ein Traum für jeden Regisseur. Es spielen ja nur sechs Solisten, die Handlung läuft über Kreuz. Da muss man eine intensive Spannung aufbauen. Dazu die tolle Musik von Mozart, die nie verurteilt, das ist klasse …

  • Warum beteiligt sich das Aldegrever-Gymnasium am dem Projekt?

(Bodo Dreves, Lehrer am Aldegrever-Gymnasium) Für unsere Schule ist die Stadtoper 2013 der Abschluss des Comenius-Projekts, eines europäischen Projekts für schulische Bildung. Das Thema heißt Livestyle – europäische Jugendkultur im Vergleich. Da passt die Oper Cosi fan tutte im modernen Gewand besonders gut. Eventuell wird unsere Theater-AG auch einen Part übernehmen.

  • Warum macht der Alte Schlachthof bei der Stadtoper mit?

(Herbert Kanein, Geschäftsführer des Kulturhauses Alter Schlachthof) Ganz einfach. Weil das eine tolle Sache ist, die vor allem Jugendliche anspricht. Wir finden, die ist hier gut aufgehoben. Als Bürgerzentrum unterstützen wir das Engagement von Soester Gruppen.

 

Soester Anzeiger, 16.11.2011

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