Spurensuche in der Vergangenheit
von Dr. Albert Kapune
Große Freude herrscht bei der Klasse 8c des Aldegrever-Gymnasiums: Sie errang den Landessieg beim Schülerwettbewerb »Begegnung mit Osteuropa«, zusammen mit 35 anderen Klassen im Lande. Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff zeichnete die Schüler jetzt in Gelsenkirchen aus und überreichte ihnen den Hauptpreis, der mit 300 Euro dotiert ist. Der Preis wurde im Namen des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen überreicht.
Der Wettbewerb war zum 57. Mal grenzüberschreitend ausgelobt worden. So ehrte der Staatssekretär auch 13 Schülerdelegationen aus Litauen, Polen, Rumänien und Russland, die sich durch besondere Leistungen bei dem Wettbewerb hervorgetan hatten.
Die Soester Schüler setzten sich mit dem Werk Otto Freundlichs auseinander. Das war ein Künstler aus Pommern, der viele Skulpturen geschaffen hat und der im März 1943 von den Nazis in ein Konzentrationslager gebracht und dort sogleich ermordet worden war.
Das Thema, das von den Soestern bearbeitet wurde, hieß »Freunde – Otto Freundlich«. Motto des Gesamtwettbewerbs war »Wege zueinander in Europa«. Die Alde-Schüler hatten dazu mehrere Skulpturen geschaffen und als Beitrag für den europäischen Wettbewerb eingereicht. Damit konnten sie die Jury überzeugen, berichtet Sonja Wissing von der Bezirksregierung in Münster im Gespräch mit dem Anzeiger.
Der Wettbewerb soll Wege zueinander in Europa aufzeigen und Grenzen überschreiten, neue Kontakte sollen aufgebaut werden. So skizzierte Grosse-Brockhoff in seiner Lobrede die Intention des Wettbewerbs. Ein wichtiger Baustein sei die Spurensuche in der Vergangenheit. Auch die Arbeit der Soester habe diesen Weg verfolgt und damit zu einer »gelebten Begegnung zwischen Nordrhein-Westfalen und Osteuropa beigetragen«.
Soester Anzeiger, 18.06.2010 (kf)
