Schampus aus Plastikbechern
von Dr. Albert Kapune
Eine Sektflasche zerknallte gestern nicht zur Bootstaufe am Aldegrever-Ruderheim am Südrand des Möhnesees. Die dünnen Kunststoffhäute der Rennruderboote würden eine solche »brutale« Taufe nicht heile überstehen. So begoss Klaus Wehmeyer von der Bürgerstiftung Hellweg das »neue« Ruderboot mit perlendem Schampus und stießen die Akteure mit Plastikbecher darauf an, dass immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel des Boots sein solle.
2000 Euro macht die Stiftung für die Ruderanlage locker. »Wir haben uns davon überzeugen lassen, dass hier mit viel ehrenamtlicher Arbeit eine Menge getan wird, auch zum Wohle der Schüler«, begründete Wehmeyer das Engagement der Stiftung. Das Geld soll für Material bei den anstehenden Arbeiten verwendet werden.
Um das Gelände kümmern sich auch die Freunde und Förderer des Aldegrever-Gymnasiums sowie der Aldegrever-Ruder-Club Soest (ARC). Und die beiden Vereine haben damit alle Hände voll zu tun.
Da muss zunächst einmal der Zaun erneuert werden, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen, damit Fremde nicht das Grundstück betreten können. In diesem Jahr soll auch der »neue« Steg zu Wasser gelassen werden, wenn die Genehmigung vorliegt. Er ist eine Spende und stammt gebraucht vom Essener Baldeneysee, ist allerdings so mächtig, dass noch ein Unternehmer gesucht wird, der einen Bagger zum Heben der großen Stegteile zur Verfügung stellen kann. Und er muss vorher aufgearbeitet werden.
Weitere Projekte: Das Gelände sollte eine Dixi-Toilette bekommen, bisher gibt es überhaupt kein »Örtchen«. Auch hier fragen die Vereine an, ob möglicherweise eine Baufirma ein solch mobiles Klo über hat.
In Planung ist ein Anbau am westlichen Ruderhaus. Der wird dringend benötigt, um alle Boote unterbringen zu können. Einige werden schon außerhalb gelagert mangels Raum in den beiden Häusern.
Rund 25 Ruderboote gibt es derzeit, auch das »neue« ist eigentlich gebraucht und konnte günstig erworben werden. »Neue Rennboote sind leider für uns unerschwinglich«, macht Oberstudienrat Hubert Wienhues deutlich, der sich um die Ruderer kümmert. Ein neuer Rennzweier beispielsweise kostet ab 15000 Euro.
Derzeit rudern acht Schülergruppen regelmäßig im Unterricht, dazu kommt noch die Ruder-AG. »Es sind gut 200 Schüler, die hier Sport betreiben«, meint Wienhues dazu. Dazu kommen 20 Mitglieder des Ruderclubs.
Auch die Aktion »Helfende Hände« ist mit im Boot. Denn für die Arbeiten werden noch reichlich ehrenamtliche Helfer gesucht. »Alleine schaffen wir das nicht«, sagen Achim Zickwolf, Vorsitzender des Fördervereins, und Markus Reiffer vom ARC. Wer mit anpacken möchte, kann sich bei Jobst Müller von der Bürgerstiftung Hellweg melden, Telefon 02921/393-555.
Soester Anzeiger, 13. Mai 2010 (kf)
