Reich dank Mathematik?
von Dr. Albert Kapune
Erst vor kurzem hat Köln die Zusage für eine neue Spielbank bekommen. Mit solchen Zocker-Tempeln verdient der Staat gut – denn der Spieler verliert auf lange Sicht immer.
Christoph Schönle und Friederike Wunsch gaben sich damit nicht zufrieden und wollten wissen, ob es nicht doch möglich ist die Bank zu sprengen. Dazu untersuchten sie verschiedene Glücksspiele und recherchierten in der Fachliteratur. Dabei stießen sie auf einen Artikel, in dem Parrondos Paradoxon beschrieben wurde: »Das Paradoxon besagt, dass es möglich ist, zwei Verlustspiele so zu kombinieren, dass daraus ein Gewinnspiel wird.« erklärt Christoph Schönle die Kernaussage kurz und knapp. Doch wie ist das möglich? »Der Schlüssel ist die Verknüpfung der beiden Spiele. Abhängig vom Ausgang der Spiele und einem weiteren Zufallsinstrument entscheidet man sich für eines der beiden Spiele. Wir konnten es aber auch erst glauben, nachdem wir mit dem Computer einige tausend Spiele simuliert hatten.«
Bei der Frage, ob das Paradoxon auf die Realität übertragbar ist, fanden sie zwei Quellen, die sich widersprachen. Das war der Anlass, noch tiefer in die Materie einzutauchen und die Mathematik hinter den Spielen genauer zu erforschen. Das spannende Ergebnis: Beide haben Recht – es kommt auf die Rahmenbedingungen an.
Und geht es nun mit diesem Wissen in die Spielbank? Friederike: »Nein. Der Gewinn ist nicht sehr groß und man müsste sehr lange spielen. Außerdem müsste man die richtigen Spiele kombinieren und mit viel Kapital spielen. Das ist für uns Schüler schwierig.« Vielleicht findet sich ja ein Investor …
