Rasselbanden-Alarm im Leuchtturm

von Dr. Albert Kapune

Deine – meine – unsere

Wenn ein Paar insgesamt 18 Kinder in die Ehe einbringt birgt das Potenzial für eine Hollywoodkomödie – und für deren Adaption fürs Schultheater. Wann hat man schon die Möglichkeit, gleich so viele Schüler Rollen spielen zu lassen, die ihrem eigenen Alter entsprechen? Also schnappte sich Thomas Jacob, Lehrer am Aldegrever- Gymnasium das Drehbuch von »Deine, meine & unsere«, einem US-Film von 2005 mit Dennis Quaid, der wiederum die Neufassung einer Komödie von 1967 mit Henry Fonda war, die auf einer wahren Begebenheit beruhte.

 

Der Pädagoge stutzte die Story so zurecht, dass die Theatergruppe fast ohne Requisiten auskommt: »Den Stoff haben sich die Schüler selber ausgesucht. Alle haben eine tolle Motivation und sind in ihre Rollen hineingewachsen!« Doch ein Problem kann die Adaption nicht beheben: Das bei Schultheatergruppen besonders unausgewogene Geschlechterverhältnis. Unter über 30 Akteuren waren nur fünf Jungs. Von denen hatte keiner die passende Körpergröße für die männliche Hauptrolle, so dass Lara Pannen als Konteradmiral Frank Beardsley gemeinsam mit Kim Thomae das Liebespaar darstellen musste. Viele Umbauten brachten Längen in das Stück. Doch diese kaschierten die Jugendlichen mit Spielfreude und Einsatz über eineinhalb Stunden hinweg bis zum Happyend.

 

Zweimal spielte die Truppe das Stück am Mittwoch: mittags für die Mitschüler, abends bei der offiziellen Premiere. Ein Jahr lang hatte Deutschlehrer Jacob mit den beiden Elftklässlern Nele Balgo und Justus Ebel als Regieassistenten jede Woche mit der Gruppe geprobt, auch in den Ferien, mit Probenwochenenden in der Jugendherberge Möhnesee. Auch die Kulisse mit einem sechs Meter langen Papp-Schiff und einem drei Meter hohen Leuchtturm haben die Schüler selbst gebaut. Bei Schultheater ist der Weg das Ziel. Das scheint Jacob erreicht zu haben, wie die Reaktion des Sechstklässlers Moritz Hettwer beweist: »Wir haben alle so viel Spaß in der Theatergruppe, wir machen auf jeden Fall beim nächsten Stück wieder mit!«

 

Soester Anzeiger, 23.04.2010 (kb)

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