Non scholae, sed vitae discimus
von Dr. Albert Kapune
Vier Stunden Lateinklausur am Stück? Für die meisten Schüler der blanke Horror. Nicht jedoch für Tristan Schwenk, Bastian Weber und Marlen Meßollen. Die drei Alde-Schüler begeistern sich auch außerhalb der Schulräume für die »tote Sprache« und haben deswegen am Bundeswettbewerb Fremdsprachen in der Fachrichtung Latein teilgenommen. Beim Landeswettbewerb räumten die Schüler die vorderen Plätze ab: Tristan schaffte es in die dritte Preiskategorie und Bastian konnte sich gar über eine Platzierung in der zweiten Kategorie freuen. Damit setzten die Schüller den alten Spruch non scholae, sed vitae discimus in die Tat um: Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir.
In der Prüfung standen die Schüler vor schwierigen Aufgaben: Im ersten Aufgabenteil wurde ein lateinischer Text übersetzt. »Das war schon anspruchsvoll«, bewertet Marlen Meßollen die Aufgabe im Nachhinein. »Da es ein Originaltext war, musste man schon ordentlich nachdenken. Dafür hatte man auch 50 Minuten Zeit, obwohl der Text nicht allzu lang war.« Dafür waren die Aufgaben im zweiten Teil »vergleichsweise einfach«. Die Schüler der Jahrgangsstufe 10 lösten sie verschiedene Aufgaben, unter anderem mussten sie Blütennamen richtig zuordnen, verschiedene Grammatik-Übungen bestehen und Gebäude vom Forum Romanum beschreiben und zuordnen – und zwar in italienisch! Besonders knifflig soll auch ein bruchstückhafter Text aus einer alten Inschrift gewesen sein, erklärt Tristan Schwenk: »Das waren keine kompletten Sätze. Es war also ziemlich schwierig, daraus zu entschlüsseln, was gemeint sein könnte. Das war für mich persönlich die schwierigste Aufgabe in der Prüfung.« Lateinlehrer Toni Rüther überreichte die Urkunden und lobte die Leistungen seiner Schützlinge: »Damit erweitern die Schüler eine lange Liste erfolgreicher Teilnahmen des Aldegrever-Gymnasiums.«
Soester Anzeiger 11.06.2009
