Nie zu früh für die Philosophie
von Dr. Albert Kapune
»Es ist nie zu früh, mit dem Philosophieren anzufangen, und es ist nie zu spät.« Das hatte ein paar Jahrhunderte vor Christus schon der griechische Gelehrte Epikur festgestellt. Von der Richtigkeit dieses Spruchs ist aber auch Bodo Dreves überzeugt. Zum Auftakt des neuen Wintersemesters der Kinder-Uni lud der Philosophielehrer des Aldegrever-Gymnasiums Schüler aus dem zweiten bis fünften Schuljahr zum Seminar »Staunen, grübeln, weiterdenken«.
»Kinder sind zur Philosophie absolut geeignet«, meint Dreves, »es tut ihnen gut, miteinander und/oder mit Erwachsenen über Gott und die Welt ins Gespräch zu kommen. Damit das gelang, las Dreves erst einmal vom griechischen Philosophen Diogenes vor, der in einer Tonne lebte und für seine Liebe zu Freiheit und Natur bekannt war und dafür täglich ein kärgliches Mahl in Kauf nahm. Als ihm ein anderer Philosoph begegnete, der in Diensten des Königs stand und vom guten Verdienst schwärmte, antwortete Diogenes nur kühl: »Hättest Du gelernt, dich mit einfachen Linsen abzufinden, müsstest Du nicht vor dem König katzbuckeln.« Über eine solche Alternative »Gutes Essen und Luxus einerseits, karges Mahl, Freiheit und Unabhängigkeit andererseits« nachzudenken, lohnte sich tatsächlich auch für die Sieben- bis Elfjährigen.
Bereits in zwei Wochen steht das nächste Kinder-Uni-Seminar an; dann es geht es um das »Programmieren mit Scratch«. Das komplette Programm gibt es im Netz unter www.alde-ehemalige. de. Der Verein steht hinter dem Projekt Soester Kinder-Uni.
Soester Anzeiger, 12.09.2014 (hs)
