Nadine Moschkeleski und Lena Tubes wuschen für die Wissenschaft.

von Dr. Albert Kapune

Nadine und Lena waschen für die Wissenschaft

Waschen … das ist für die meisten lästige Hausarbeit. Nadine Moschkelewski und Lena Tubes, beide Oberstufenschülerinnen am Aldegrever-Gymnasium in Soest, entwickelten daraus ein Forschungsprojekt: »Wenn man Kleidungsstücke häufig wäscht, werden sie häufig unansehnlich. Sie verlieren an Farbe. Ein Chemiker sagte uns, dass das am Waschmittel läge. Das konnten wir nicht so recht glauben, weswegen wir einen Versuch entwickelten und durchführten.«, erläutert Lena Tubes. »Das Thema hat uns interessiert, da es auch mit Mode zu tun hat. In unserem Projekt versuchten wir Qualität messbar zu machen – hier die Farbechtheit.« fügt Nadine Moschkelewski hinzu.

 

Eigentlich wollten die Schülerinnen zeigen, dass das Waschmittel am Auswaschen von T-Shirts Schuld ist. Was sie fanden, konnte ihnen bis heute noch niemand erklären.

 

Zu Beginn des Projektes stießen die jungen Forscherinnen erst einmal auf viele Hürden: Die Waschprogramme von Waschmaschinen sind kaum miteinander vergleichbar. Deswegen verwendeten sie ein Apparatur (Küchenmaschine), die ihnen erlaubte unter kontrollierten Bedingungen Wasser und Wäsche in Bewegung zu halten. Statt ganzer T-Shirts verwendeten sie Stoffquadrate, die sie aus einem handelüblichen T-Shirt schnitten – statt eines Chemiecocktails ein handelsübliches Waschmittel.

 

„Wir vermuteten, dass das Bleichmittel im Waschmittel dafür sorgt, dass die Farbintensität abnimmt. Allerdings ging es uns darum eine Alltagsbeobachtung unter Laborbedingungen zu bestätigen, weswegen die Verwendung einzelner Bestandteile des Waschmittels ausschied.“

 

Was Lena Tubes und Nadine Moschkelewski allerdings dann präsentieren, wirft viele Fragen auf. Sie zeigen Stoffstücke, die mit Waschmittel bzw. mit reinem Wasser gewaschen wurden. Erwartungsgemäß ist das mit Waschmittel gewaschene Stoffstück ein wenig heller. Das mit reinem Wasser gewaschene Stoffstück hat sich jedoch erheblich verdunkelt.

 

Die Stoffstücke links und rechts stammen von noch nicht gewaschenem Material. Das Stück in der Mitte links wurde 20mal mit Waschmittel, das Stoffstück in der Mitte rechts 20mal nur mit Wasser gewaschen

 

Es gibt dazu verschiedene Erklärungsansätze: Z. B. könnte der Farbstoff mit dem Wasser reagieren. Auch wäre es möglich, dass das Waschmittel einen Stoff im Wasser auflöst, der die Färbung verursachen könnte.

 

Betreut wurden die beiden Schülerinnen von Dr. Andreas Pallack, Lehrer am Aldegrever-Gymnasium: »Da ich selbst kein Chemiker bin, habe ich Kolleginnen und Kollegen vom Fach gefragt, ob sie dazu einen Erklärungsansatz hätten. Allerdings gingen die Vermutungen in ganz unterschiedliche Richtungen (bis hin zur Qualität des Soester Wassers) – die Erklärung liegt also sicher nicht unmittelbar auf der Hand. Aus meiner Sicht lohnt es sich dieses Phänomen nochmals genauer zu untersuchen.«

 

Nadine Moschkelewski und Lena Tubes haben sich nun erst einmal vorgenommen in universitäterer Fachliteratur zu recherchieren, um den Effekt theoretisch klären und anschließend unter Laborbedingungen gezielt untersuchen zu können. Auf weitere Ergebnisse darf man also gespannt sein.

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