Nachsitzen hat ein Ende

von Dr. Albert Kapune

Austausch USA

Nach sechs Tagen »Sonderurlaub« in der Neuen Welt und einer langen Odyssee rollten die 21 Alde-Schüler gestern pünktlich um 14:20 Uhr in den alt-ehrwürdigen Soester Bahnhof ein, wo sie glücklich von ihren Familien in den Arm genommen wurden. »Wir sind alle ziemlich erschöpft, aber glücklich«, berichtet Schüler Jannis König. »Es war ein tolles Gefühl am Bahnhof meinen Papa, Onkel, Bruder und Schwester zu sehen«, erzählt Juliane Nübel. »Ich bin wirklich froh, endlich wieder in meinem eigenen Bett zu schlafen.«

 

In Frankfurt musste die Gruppe nach achtstündigem Flug noch zähe sechs Stunden auf den Anschlussflug nach Düsseldorf warten. Die Schülergruppe mit den Begleitlehrern Willi Reuvers und Cheryl Klawitter sollte eigentlich vor einer Woche schon nach Hause fliegen – doch wegen der Aschewolke wurde der Heimflug gestrichen (wir berichteten). Lufthansa ließ sich nicht lumpen und brachte die Soester für die ersten zwei Nächte im Hilton unter. »Die Meinungen über den aufgeschobenen Heimflug waren geteilt«, berichtet Jannis. Einige freuten sich, andere hatten sich auf zu Hause schon gefreut, ihnen war beklommen zumute und sie hatten wohl auch ein wenig Heimweh. »Manche hatten schon Pläne für daheim, die sie nun vergessen mussten.«

 

Viel unternommen haben die Alde-Schüler beim »geschenkten« Aufenthalt in New York nicht. »Das Hilton lag in einem Industriegebiet auf Staten Island. Nach Manhattan war es viel zu weit. Die Luft war raus und uns fehlte die Motivation, uns nach Manhattan aufzumachen. Wir waren ja auch schon dort«, erzählt der 17-Jährige. Im Hilton gab es einen Fitnessraum und einen Swimming Pool, die »Gestrandeten« lasen Bücher und ließen es ruhig angehen.

 

Nach den zwei Nächten im Hotel fuhr die Gruppe im Bus zurück zu ihren Gastfamilien ins 150 Kilometer entfernte Haddonfield. »Alle waren wirklich super nett. Ohne zögern wurden wir sofort mit offenen Armen wieder aufgenommen.« Spontan hätten auch fremde Familien aus Haddonfield ihre Hilfe angeboten. Einen Tag verbrachte die Gruppe noch einmal in Philadelphia. Im Pfarrheim von Haddonfield sagten die Soester ihren Familien schließlich ein musikalisches Dankeschön mit selbst gedichteten Texten.

 

Gestern Abend stand erst mal erzählen und dann schlafen an – heute haben die »Spätheimkehrer« noch einen Tag schulfrei.

 

Soester Anzeiger 23.04.2010 (agu)

Zurück