Mathematische Blicke auf Soest ...
von Dr. Albert Kapune
Wie viele Tafeln Schokolade braucht man, um den Dom nachzubauen?
Wie viel Stoff benötigt man, um das Burghofmuseum einzupacken?
Schüler der Klassen 7 und der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe haben unter der Leitung der Mathematiklehrerin Frau Friedrich bzw. des Mathematiklehrers Herrn Dr. Pallack im Verlauf der letzten Monate solche und ähnliche Fragen rund um die Stadt Soest gestellt und beantwortet. Erste Ergebnisse wurden nun am Tag der offenen Tür präsentiert. Das bisherige Ergebnis, wie auch offene Fragestellungen, kann man unter http://wiki.zum.de/Mathematische_Rundgänge anschauen. Hier findet man z. B. einen vollständigen Rundgang, entwickelt von der Klasse 7a. Die Verbindung eines konventionellen historischen Stadtrundgangs mit mathematischen Aufgaben, verpackt in fiktiven Geschichten, war für die Schüler und Schülerinnen der jetzigen Klasse 7a eine Herausforderung, der sie sich hochmotiviert stellten. Aufgeteilt in sieben Gruppen entstanden so die Stationen zur ihrem Projekt »Kleiner mathematischer Stadtrundgang Soest«. Eine grobe Planung wurde im Mathematikunterricht erstellt. Die weitere Erarbeitung in den einzelnen Gruppen erfolgte sehr selbständig. Einen großen Vorteil bot dabei die Nutzung von BSCW, so war eine Kommunikation auch außerhalb der Schule jederzeit möglich. Einen gelungen Abschluss bildete die eigene Durchführung des erstellten Rundgangs an einem schönen Tag vor den Sommerferien, so die Klassen- und Mathematiklehrerin Rita Friedrich
Auf der Internetseite findet man zahlreiche weitere Stationen (entwickelt von Schülern der jetzigen Einführungsphase, die im Rahmen eines Forderkurses – geleitet von Dr. Pallack – erstellt wurden), die nach und nach zu Rundgängen weiterentwickelt werden können.
Dr. Andreas Pallack, der bereits Erfahrungen mit dem pädagogischen Einsatz des Web 2.0 hatte, gab den Anstoß für das Projekt: Ein erstes Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler zu vermitteln, dass man auch mit Mathematik kreativ umgehen kann. Dazu erfanden die Lernenden Geschichten rund um die Stadt Soest. Sie brachten Fiktion und echte Fakten zusammen, so dass daraus eine interessante Mischung entstand. Im zweiten Schritt sollen die Lernenden für das was in ihrer Stadt – oder auch allgemein in ihrem Umfeld – passiert sensibilisiert werden. Es gibt zahlreiche Informationen oder auch Meldungen (z. B. die Anzahl Besucher auf der Allerheiligenkirmes, die Anzahl von LKW, die künftig durch die Stadt rollen könnten oder die Kosten für eine Sanierung), deren Tragfähigkeit man mit Hilfe von Mathematik untersuchen kann. Lernende zu ermutigen Dinge kritisch zu hinterfragen und dabei auch Mathematik zu verwenden ist das mittelfristige Ziel dieses Projektansatzes.
Das Vorhaben »Mathematische Stadtrundgänge« ist ein offenes Projekt. Durch die Dokumentation in einem pädagogischen WIKI können alle Interessierten mitarbeiten und so das Angebot vergrößern. Zukünftig werden am Aldegrever-Gymnasium auch Fach- und Projektarbeiten zu mathematischen Fragen rund um die Stadt Soest erstellt, weswegen es lohnt, die Seite in regelmäßigen Abständen zu besuchen.
