Mathe-Tornado am Möhnesee

von Dr. Albert Kapune

Mathe-Tornado am Möhnesee

Was im Bild nur mit Bearbeitungssoftware gelang konnten die Teilnehmer am Möhnesee erleben: Dass man mit Mathematik die Realität gut beschreiben kann. Am Mathe-Tag nahmen Anabel Drolshagen, StRef Dr. Ralf Benölken, Sebastina Kassing, Andreas Kuzma, Conrad Schwanitz, StRef Florian Winterstein, StRef Ronald Kruse, StRef’ Melanie Lange, StRef’ Nadeshda Janzen, StRef’ Kathrin Märkel, StRef’ Melanie Tenbrock, StRef Daniel Geukes, Ida Lagast, Nadine Moschkelewski, Laura Mähler und Dr. Andreas Pallack (nicht auf dem Bild) teil.

 

8 Lehrkräfte und 7 Schüler – das hört sich zu erst einmal nach verkehrter Welt an. Dahinter verbirgt sich ein einmaliges Event, bei dem die Mathematik von Tornados, die Bewegungsanalyse mittels GPS aber auch Beweise von Additionstheoremen – das sind komplexe trigonometrische Formeln, die z. B. in den Ingenieurswissenschaften eine Rolle spielen – sowie weitere ausgesuchte Themen behandelt wurden. Mit dem Schulstoff hat das nichts mehr zu tun – es handelt sich um höhere Mathematik.

 

Am Samstag trafen sich Mathematik-Studienreferendare des Studienseminars Hamm in der Jugendherberge Möhnesee und gestalteten einen Mathe-Tag, zu dem einige Oberstufenschüler, die mathematische Forschungsprojekte planen, eingeladen wurden. Die zukünftigen Jungforscher lernten Methoden kennen, die ihnen bei ihren Projekten weiterhelfen könnten. Anwenden und ausprobieren müssen sie die Methoden jedoch selbst – denn am Mathe-Tag wurden lediglich die komplexen fachlichen Kerne anhand zentraler Fragen behandelt, um den Lernenden den Zugang zu den dahinter liegenden Theorien zu erleichtern.

 

»In der Oberstufe lernen Schüler in der Regel drei klassische Inhaltsgebiete kennen: Räumliche Geometrie und Lineare Algebra, Analyse von Funktionen sowie beurteilende Statistik. Wenn man die Realität beschreiben möchte kommt man jedoch um weitere Gebiete wie z. B. räumliche Kurven, die Differentialgeometrie oder die Geomathematik nicht umhin. Zu diesen Themen muss man erst einmal einen Zugang finden – das war ein Ziel dieses Mathe-Tags.« erläutert Lehrerausbilder Dr. Andreas Pallack.

 

Die Studienreferendare, die noch in diesem Jahr ihre zweite Staatsprüfung ablegen, haben darüber hinaus erprobt, ob sie in der Lage sind komplexe Sachverhalte angemessen aufzubereiten und zu vermitteln. Andreas Pallack erklärt den Hintergrund: »Neuere didaktische Ansätze gehen davon aus, dass die drei Grundformen des Unterrichts – individualisierter Unterricht, lehrgangsförmiger Unterricht und kooperativer Unterricht – ungefähr gleich häufig angewendet werden sollten. Individuelle Förderung und kooperatives Lernen werden direkt zu Beginn der Ausbildung behandelt, da die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer diese für das Lernen unverzichtbaren Lernformen in ihrer Schulzeit und universitären Ausbildung häufig nicht kennenlernten. Komplexe Sachverhalte einfach zu erklären und Lernende mit Vorträgen von mathematischen Gegenständen zu begeistern muss aber ebenfalls gelernt werden – hier konnten sich die Studienreferendare erproben.«

 

Die Referendare erhielten von den Schülern direktes schriftliches Feedback – am späten Nachmittag wurde jeder Beitrag intensiv reflektiert. Die Auszubildenden nahmen ein Paket mit neuen Ideen und Rückmeldungen mit an die eigenen Schulen, auf das sie im Unterrichtsalltag zurückgreifen können.

 

Dr. Andreas Pallack

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