»Man spürt die Geschichte«

von Dr. Albert Kapune

Die Schülergruppe aus Weliki Nowgorod

»Sie haben das gemacht, was schon ihre Vorfahren vor fast 600 Jahren getan haben: Sie sind nach Soest gekommen.« Mit einem Verweis auf die gemeinsame Handelsgeschichte begrüßte die stellvertretende Soester Bürgermeisterin Christiane Mackensen nun zwölf Austausch-Schüler aus dem russischen Weliki Nowgorod.

 

Während erste Kontakte also schon vor über einem halben Jahrtausend bestanden, ist die aktuelle Freundschaft zwischen den beiden Städten ganz frisch: Im September besuchten Soester Schüler erstmals die 220000-Einwohner-Stadt in Westen Russlands, nun gab es den ersten Gegenbesuch. »Wir wünschen uns, dass das hält«, hofft Mackensen, dass es in Zukunft noch einige Austausch-Projekte mehr gibt.

 

Initiiert hat die Partnerschaft Christina Schindler, Russisch-Lehrerin am Aldegrever Gymnasium: Über eine Kollegin aus Bielefeld stellte sie Kontakt zum Gymnasium Istok her, begleitete zusammen mit Kollegin Gudrun Wittke auch die Reise im September.

 

Auf dem Programm der russischen Gäste – die etwas jünger sind als ihre deutschen Gastgeber, da es in Russland nur elf Klassen gibt – stehen unter anderem Exkursionen nach Köln, Münster und Paderborn. Dazwischen nehmen sie am Unterricht teil. Bei einem gemeinsam Abschiedsabend soll die neue Freundschaft mit einem Partnerschaftsvertrag gefestigt werden, bevor die russischen Schüler am Sonntag wieder die Heimreise antreten. Am gestrigen Dienstag erkundeten sie aber zunächst einmal die Soester Innenstadt, bemerkten bei allen Unterschieden im Baustil auch viele Gemeinsamkeiten: »Beide Städte verfügen über eine lange Geschichte. Die spürt man hier ganz deutlich«, zeigte sich der 16-jährige Eugen beeindruckt von der Architektur. Mitschülerin Alina war derweil etwas anderes aufgefallen: »Hier gibt es viele schöne Autos.«

 

Soester Anzeiger, 16.03.2011 (tob)

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