Gut und günstig beim Alde
von Dr. Albert Kapune
Ein Geschäftskonzept entwickeln, eigene Produkte designen, Kosten berechnen, Sponsoren suchen und die Produkte anschließend erfolgreich vermarkten. Diese Abläufe erleben die meisten erst im Berufsleben. Es sei denn, sie gründen vorher eine Schülerfirma – so wie sieben Aldegrever-Gymnasiasten. Den Anstoß dazu gab ihnen der Sozialwissenschaftsunterricht bei Judith Kühnen. Zuerst entwickelten alle zusammen den Firmenname ALDEsign und schlossen offiziell einen Gründungsvertrag mit der Schule. Vermarktet werden sollen möglichst nur eigene Design-Produkte für das Alde.
Den Anfang machten die Kugelschreiber, die so beliebt bei Mitschülern, Eltern und Lehrern waren, dass sie bald nachgeordert werden mussten. Mittlerweile wurde das Sortiment durch Alde-Tassen, T-Shirts, Postkarten und den schicken Methodix-Ordner ergänzt. »Geplant sind außerdem Alde-Hausaufgabenhefte, die bei uns vor allem von den Jahrgangsstufen 5 und 6 genutzt werden, eine neue Tasse, Aufkleber und USB-Sticks«, erklärt Jan Brieger, Geschäftsführer der Schülerfirma, der seine Facharbeit zum Konzept von ALDEsign verfasste. Seine Arbeit, die sich intensiv mit den Themen und Zielen des Unternehmens beschäftigt, und die Facharbeit von Tim Horstmann, die sich mit der Entwicklung des optimalen Marketing-Konzepts auseinandersetzt, dienen jetzt als theoretische Grundlage und Leitfaden. »Das eigentliche Ziel unserer Firma ist insbesondere die Entwicklung von Eigeninitiave, Eigenverantwortung und unternehmerischem Handeln«, erläutert Marketingchefin Lara Pannen.
Um den kreativen Part der Schülerfirma kümmern sich die Chef-Designerinnen Sarah Ehmig und Laura Schilz, die den farbenfrohen Methodix-Ordner entworfen haben und eng mit der Kunst-AG des Aldegrever-Gymnasiums kooperieren. Darum wird der Kalenders Jungee Künstlers sehen Soest neurdings ebenfalls von der neuen Schülerfirma vermarktet. Nico Klocke entwickelte zudem ein neues Verfahren für den T-Shirt-Druck, weil das alte zu aufwändig und teuer war. Jetzt können Mitschüler ihre Wunsch-Shirts oder andere Kleidungsstücke mitbringen. Vor Ort wird das Logo aufgebügelt. Kooperation mit lokalen Unternehmen »Zurzeit kann jeder Soester unsere limitierten Designprodukte im Alde erwerben. Mittelfristig wollen wir auch lokalen Unternehmen unsere Ware mit Soest-Motiven in kleinen Mengen anbieten. Langfristig wäre es für uns als Europaschule aber reizvoll, unsere Produkte europaweit in den Schulen unseres Comeniusprojektes zu vermarkten«, gibt Pressesprecherin Vivian Gresser Auskunft über die Entwicklungspotenziale des Projekts.
Soester Anzeiger, 26.05.2012 (ah)
