Gemeinschaftsgefühl gestärkt
von Dr. Albert Kapune
»Macht doch nichts, wenn’s nicht geklappt hat. Beim nächsten Mal schaffst Du’s.« Die Fünftklässler des Aldegrever-Gymnasiums merkten es: Wenn sie zusammenhalten, gegenseitig auf sich achten, wenn sie wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können, wenn einer dem anderen hilft, wenn sie genau hinsehen und zuhören, dann sind sie eine starke Gemeinschaft. »Wir sind zum ersten Mal wirklich aufeinander zugegangen«, berichtete einer der Schüler. Und ein anderer: »Wir haben uns als Gruppe gefühlt.« »Toll, welche Strategien sie finden und welches Durchhaltevermögen sie haben.«
Sarah Feldmann, Klassenlehrerin der 5b, war beeindruckt davon, wie intensiv die Mädchen und Jungen sich in die Aufgaben vertieften und welchen Teamgeist sie zeigten, als es darum ging, »es gemeinsam zu schaffen«. »Die Schüler verbringen ja viel Zeit miteinander«, sagte sie. Daher sei es wichtig, einmal losgelöst vom Unterricht den fairen Umgang miteinander zu üben und zu spüren, was es heißt, Rücksicht zu nehmen und den anderen zu akzeptieren. Zwei Tage lang waren Rainer Ströwer und Heike Vogelsang im Aldegrever-Gymnasium. Die Mitarbeiter der Gewalt Akademie Villigst trainierten mit den Schülern, fanden mit ihnen in Gesprächen und Spielen unter anderem Handlungsmöglichkeiten zur Lösung von Konflikten heraus – wohl wissend, dass es keine Patenrezepte gibt, sondern alle ihren eigenen Weg finden müssen.
Arbeiten, Spaß haben und zusammen lachen, sich auch ohne Sprache verstehen, sich einigen und gegenseitig unterstützen, das waren einige der Erwartungen, die die Schüler zu Beginn des Projektes formulierten. Mittags setzten sie sich zusammen und schilderten in der Runde ihre Eindrücke: Jeder hat wohl eine ganze Menge gelernt – über sich und über die Gruppe, und mancher ist sicher ins Nachdenken gekommen. Stefan Carl vom Schulreferat des Evangelischen Kirchenkreise weiß um den Wert solcher Deeskalationskurse, die die Kinder und das Miteinander stärken. Er besuchte die Klasse und machte im Gespräch mit dem Anzeiger deutlich, dass all die Übungen auch ein Beitrag sind, der Gewalt vorzubeugen. Die Stiftung Lions Club Soest um Christoph Ilaender fördert dieses Angebot, das sie nach vielen positiven Erfahrungen bei den jüngeren Kindern jetzt auch für die weiterführenden Schulen öffnet.
Soester Anzeiger, 12.06.2013 (Köp.)
