Gemalte Liebeserklärung

von Dr. Albert Kapune

Die Kalendermacher

Damit in diesem Jahr alle treuen Kunden und die neuen Freunde des ganz besonderen Jahresbegleiters ein Exemplar ergattern können, wurde die Auflage auf 2 400 Exemplare erhöht: Der neue Alde-Kalender ist da und liegt an vielen Verkaufsstellen in ganz Soest zum Verkauf bereit.

 

Junge Künstler sehen Soest 2013 ist wieder ein Hingucker geworden, und wieder fiel die Auswahl schwer, wer von den Alde-Schülern mit seiner Arbeit gedruckt wird und wer mit seinem bunten Werk dann leider doch in der Schublade landet. Erstmals gibt es sogar ein Sondermotiv: Die Arbeit von Konrad Sümmermann mit dem Blick vom Blinden-Modell vor den Stufen des Petrikirchplatzes auf das in der Dunkelheit beleuchtete Rathaus war für den Druck wohl zu schwierig, soll aber auf jeden Fall mit allen anderen Originalen zusammen im Rathaus ausgestellt werden. Auch bei der fünften Auflage kommt Lob von allen Seiten: »Toll gemacht«, lautete die übereinstimmende Bewertung aller Redner bei der Vernissage, mit der der neue Alde-Kalender in der Mensa von den Kunstlehrern Christiane Düllmann und Velix Kühnen vorgestellt wurde. Exakt aufgereiht hingen schon einmal Drucke der Kalenderblatt-Motive im Format 50 mal 50 Zentimeter zum Verkauf. Die Originale selber seien schon alle so gut wie verkauft, erzählten die beiden Kunstlehrer stolz: »Und sie werden noch einmal im Rathaus aufgehängt«, sagte Kühnen.

 

Erst aber hieß es zuhören, denn was wäre eine Vernissage ohne Reden? Die beiden Pädagogen lobten Eifer und Einfallsreichtum. Vize-Bürgermeisterin Marita Strathmann war dabei so baff wie alle anderen Laudatoren: »Erstaunlich, wie die Schüler jedes Jahr Neues an Soest entdecken!« Seit der ersten Auflage wurden nur Soest-Impressionen gedruckt, und die Ideen scheinen nicht auszugehen. Es kommt wohl auf den Blickwinkel an, auf immer wieder ungewohnte Sichtweisen – manchmal auch einfach aufs Design wie Jungdesigner Lennart Wronkowitz unter seine flippige Collage schrieb. Jugendlicher Pfiff, überraschende Effekte und eine große Vielfalt an unterschiedlichen Techniken – die Kalenderblätter zeigen Herz für Soest. Für ein »Traumpaket, das alle Grenzen sprengt« – so hat Juliane Nübel ihre Arbeit genannt. Das dicke, bunte Lob in Pastellkreide auf Tonpapier besticht durch Leuchtkraft und Einfallsreichtum und landete völlig zu Recht auf dem Titelblatt. Was dann Monat für Monat folgt, ist ein Bekenntnis der jungen Künstler zu ihrer Stadt und ihren vielen schönen Seiten.

 

Auch das ist Alde: Maxim Hartmann (Saxophon) und Lukas Schwegmann (Gitarre) umrahmten die Veranstaltung musikalisch und heimsten für ihren Auftritt verdienten Applaus ein. Ein Name fehlt dem neuen Duo noch, das man gerne öfter hören möchte.

 

Soester Anzeiger, 03.11.2011 (brü)

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