Eine-Welt-AG
von Dr. Albert Kapune
Zu einem Besuch des Welthauses in Bielefeld machte sich am Freitag, dem 01.06.2012, die Eine-Welt-AG unserer Schule auf. Dort erwartete die Gruppe mit ihren Begleitern Gerhard Born und Julia Wilkening ein interessantes Seminar zum Themenfeld der Entwicklungszusammenarbei bzw. Entwicklungspolitik. Das Bielefelder Welthaus ist eine Institution mit 15 hauptamtlichen Mitarbeitern, die Tagungen, Fortbildungen und Aktionstage zu Themen der Einen Welt durchführen.
Der Referent Herr Krämer begrüßte die Gruppe in einem der Tagungsräume des Welt- hauses, in dem sich auch u.a. noch ein Bibliotheks- und Medienraum zu dem Bereich Eine-Welt befanden. Anhand eines Fragebogens zu den Themen Entwicklungspolitik, politisches Engagement im Allgemeinen und zum Armutsbegriff entwickelte sich dann dazu ein lebhaftes Gespräch mit den 10 Teilnehmern aus unserer Gruppe. Im zweiten Teil des dreistündigen Seminars war dann der faire Handel das Hauptthema. Dabei stellte der Referent heraus, dass der faire Handel eine hervorragende Möglichkeit im Sinne des Grundsatzes der Hilfe zur Selbsthilfe darstelle, da hiermit über gerechte Löhne und meistens auch strenge Umweltstandards (Biosiegel) den Menschen in der sog. Dritten Welt ein menschenwürdiges Leben ohne Bevormundung durch Großgrundbesitzer und Großhändler ermöglicht würde. Gleichzeitig bekämen wir als Käufer sehr gute Produkte geliefert. In mehreren originellen Kurzfilmen zum fairen Handel wurde die Thematik nochmals veranschaulicht. Herr Krämer machte im weiteren Verlauf auf die sog. Online-Petitionen aufmerksam, mit denen man z. B. wie zuletzt bei der Kampagne »Saubere (faire) Kleidung« Druck auf die Anbieter machen könnte. Ebenfalls wies er auf das Weltwärtsprogramm hin, über das junge Menschen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren ein Jahr lang in einem Entwicklungsland arbeiten könnten. Informationen darüber könnten im Internet beschafft werden.
Nach dem eigentlichen Seminarteil besuchte die Gruppe dann in der Bielefelder Innnenstadt einen Weltladen, der ein reichhaltiges Angebot an fairgehandelten Waren wie Kaffee, Tee, Schokolade, Wein, Honig, aber auch an Gebrauchsartikeln wie Taschen oder Geldbörsen und Schmuck hatte. Beeindruckend war dabei, dass der Laden an jedem Wochentag ganztägig – nur durch ehrenamtliche Kräfte geführt – geöffnet hatte. Ein weiterer Laden, der aussschließlich fairgehandelte Kleidung anbot, wurde ebenfalls noch besucht. Hier hatte sich ein junger Mann selbstständig gemacht, der mit dem Umsatz im ersten Jahr des Bestehens schon recht zufrieden war. Einige Schülerinnen nutzten die Möglichkeit, um etwas Schickes zu erwerben. Nach einem Aufenthalt in der schönen Bielefelder Innenstadt zur Stärkung und Erkundung trat die Gruppe dann am Nachmittag – mit vielen Anregungen für die weitere Eine-Welt-Arbeit an unserer Schule versehen – die Heimreise an.
Gerhard Born
