Die Eine-Welt-AG besuchte die »Gepa«

von Dr. Albert Kapune

Zu Besuch bei der GREPA

Am Montag, dem 6. Juni 2011, machte sich die Eine-Welt-AG in Begleitung von Herrn Born und Frau Feyer mit der Bahn auf nach Wuppertal, um die Zentrale der Gepa zu besuchen. In einem neuen Komplex in der Gepastraße im Ortsteil Vohwinkel befinden sich seit einigen Jahren ein hochmodernes Hochregallager, Büroräume, Seminarräume und ein großer Verkaufsladen mit allen sich zur Zeit auf dem Markt befindlichen Gepa-Produkten.

 

Zunächst führte die Gepa-Mitarbeiterin Frau Schlingensiepen die Gruppe in den Seminarraum, um dort über die Gepa und die Probleme und Chancen des Fairen Handels in der globalisierten Welt zu informieren. Der Name Gepa bedeutet dabei Gesellschaft für die Partnerschaft mit der Dritten Welt, diese wurde 1975 von den Kirchen und deren Hilfswerken gegründet. Wie vielen schon bekannt sein dürfte, verkauft die Gepa fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee, Wein, Honig, Schokolade oder auch Non-Food-Waren wie Lederschmuck, Fußbälle oder andere Accessoires, wobei darauf geachtet wird, dass bei deren Produktion sozial angemessene Löhne gezahlt werden und andere Sozialstandards wie Krankenversicherung und Arbeitszeitregelung gelten. Die Referentin informierte darüber, dass heute ca. 41 % des Verkaufs an Aktionsgruppen und Eine-Welt-Läden, 27 % an den Lebensmittelhandel, 11 % an Großkunden wie Kantinen und 19 % an andere Fair-Handelsorganisationen gehen. Der Gesamtumsatz der Gepa betrug im Geschäftsjahr 2009/2010 54,4 Millionen Euro, was eine leichte Steigerung gegenüber den vorherigen Jahren bedeutete. Den größten Umsatzanteil von 40 % besitzt nach wie vor der Kaffee. Allein in Wuppertal werden, so die Referentin, 174 Mitarbeiter beschäftigt. Weitere arbeiten in anderen Fair-Handelszentren bzw. als Außendienstmitarbeiter in anderen EU-Ländern.

 

Dann wurden über Schätzspiele die Anteile der Kontinente an der Weltbevölkerung verglichen mit deren Anteil am Welteinkommen. Dabei wurde die ungerechte Verteilung der Güter und des Kapitals deutlich, wobei zum Beispiel die USA im Jahr 2004 ein durchschnittliches Pro-Kopf–Einkommen von ca. 38000 US-Dollar, Afrika aber nur von ca. 2300 US-Dollar hatten. Als Ursachen dafür erarbeiteten die Seminarteilnehmer die geographische Lage, die Folgen der Kolonialisation mit der Ausbeutung durch die Kolonialherren, den Mangel an Rohstoffen, den Bildungsnotstand, die fehlende Infrastruktur und die Handelszölle der reichen Länder, die diese zur Abschottung ihrer Märkte von Drittweltländern erheben. Im zweiten Teil des Seminars wurde dann am Beispiel der Produktion von Fußbällen in Pakistan, wo 80 % aller Bälle weltweit produziert werden, deutlich, unter welchen schlimmen Bedingungen dort bei einem Tageslohn von ca. 1,50 Euro bis 2,50 Euro 3 bis 5 Bälle pro Näher pro Tag mit 600 bis 700 Stichen pro Ball gefertigt werden.

 

Unter dem Transfair-Siegel gibt es stattdessen bessere Löhne, eine Gesundheitskarte, einen bezahlten Urlaub, bezahltes Mittagessen und für die Kinder wird ein Schulbesuch organisiert. Darüber hinaus wurden Frauennähzentren eingerichtet. Zum Ende des Seminars machte die Referentin noch einmal die Grundkriterien des fairen Handels deutlich:

  • Gerechter Lohn
  • Die Fair-Trade-Prämie für Medizin-und Bildungsprojekte in den Dörfern der Kleiproduzenten
  • Statt Kinderarbeit die Einrichtung von Schulen
  • Sozialstandards
  • Langfristige Lieferbeziehungen unter Verzicht von skrupellosen Zwischenhändlern
  • Genossenschaften zur gegenseitigen Unterstützung der Bauern.

Nach dem Seminar konnten sich die Schüler noch im Ladenbereich umsehen, um neue Produkte kennenzulernen, vielleicht auch um einige Anregungen für den Verkauf an Elternsprechtagen oder an Tagen der Offenen Tür zu bekommen. Eine Schokolade durfte jeder Schüler schon vorher beim Seminar genießen. Am Nachmittag ging es dann noch für zwei Stunden in den schönen Wuppertaler Zoo, wo vor allem die schönen neuen Gehege für die Königspinguine, die Tiger und Löwen bestaunt werden konnten. Mit vielen neuen Informationen und Eindrücken versehen ging es dann auf die Heimreise nach Soest.

 

Gerhard Born

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