Die Alde-Redaktion trifft Christoph Drösser
von Dr. Albert Kapune
Christoph Drösser ist ein prominenter Redakteur und Buchautor. Bekannt sind seine Bücher Der Mathematikverführer oder Der Physikverführer. Auf einer Lehrerfortbildung in Langenfeld bot der Redakteur der Wochenzeitung ZEIT auf Einladung von Dr. Andreas Pallack, Lehrer am Aldegrever-Gymnasium, einen Vortrag zum Thema »Wie viel Mathematik braucht der Mensch?« an. 260 junge Lehrer lauschten den beeindruckenden Ausführungen des erfahrenen Wissenschaftsjournalisten.
Christoph Drösser schreibt die wöchentliche Kolumne Stimmt’s in der ZEIT. Beschrieben werden hier spannende Phänomene (z. B. »Sind Gummibärchen gut für die Gelenke?« oder »Bevorzugen Mücken eine Blutgruppe?«) mit wissenschaftlichem Hintergrund. Viele seiner Rechercheergebnisse brachte er auch in seinen Vortrag ein. Im Anschluss erhielt die Alde-Redaktion Gelegenheit ein Gespräch mit ihm zu führen.
Eine wichtige Kernaussage seines Vortrags war, dass Mathematik eine Schlüsselwissenschaft ist. Man findet sie überall – der technische Fortschritt wäre ohne Mathematik gar nicht möglich gewesen. Eine Antwort wie man mehr junge Menschen für Mathematik begeistern kann blieb er jedoch schuldig. Hier hakten Andreas Kuzma und Conrad Schwanitz nach. »Wir möchten von Ihnen wissen, ob Sie denken, dass Schulmathematik alltagstauglich ist?« fragte Andreas Kuzma. »Ich glaube sie könnte noch erheblich alltagstauglicher werden, also dass sie sich noch mehr mit Problemen beschäftigt, die auch wirklich real sind, die aus dem wirklichen Leben kommen.« war seine Antwort (das ganze von Klaus-Dieter Schmidt gefilmte Interview können Sie unter http://www.youtube.com/watch?v=KT9SaNzYvhw einsehen). Doch ist das tatsächlich die Lösung?
»Christoph Drösser hat den jungen Kolleginnen und Kollegen sehr wichtige Impulse gegeben. Viele waren z. B. überrascht, als sie erfuhren, dass ein DNA-Test alleine kein überzeugender Beweis ist. Die Chance 1:1.000.000 für eine zufällige Übereinstimmung bedeutet z. B. bezogen auf die Großstadt Berlin, dass es dort statistisch gesehen 4 Personen mit identischem genetischen Fingerabdruck gibt. Man braucht weitere Indizien.« erklärt Dr. Pallack. »Ich finde jedoch noch wichtiger, dass junge Menschen Freude an der Beschäftigung mit Mathematik entwickeln. Wie man das schafft kann man nicht pauschal sagen – es braucht verschiedene Zugänge. Einige begeistern Anwendungsaufgaben. Andere sind eher durch Knobelaufgaben zu begeistern und wieder andere rechnen gerne.« Die Qual der Wahl wird der Schule also nicht abgenommen, Bildung gelingt nicht von alleine – es kommt auf den Lehrer an!
