Der Anfang ist das Schwierigste

von Dr. Albert Kapune

Die Besprechung der Facharbeit

Zu dumm, dass Verteidigungsminister zu Guttenberg sein Abitur nicht am Aldegrever-Gymnasium gemacht hat: »Hier hätte er gelernt, wie man richtig zitiert«, stellt Abiturientin Maxie Wolf fest. Die 17-Jährige weiß: »Man kann ja viel fremdes Material gebrauchen – aber Hauptsache, man zitiert richtig!«

 

Maxies Mitschüler Florian Steig fügt hinzu: »Es kommt mir ziemlich spanisch vor, dass in der Doktorarbeit so viel falsch zitiert wurde. Man merkt doch, dass die Passagen nicht von einem selbst sind. Das erkennt man doch an dem Schreibstil!«

 

Recherchieren, zitieren, bibliographieren: Welche Regeln dabei unbedingt zu beachten sind, lernen derzeit alle Aldegrever-Schüler aus der 12. Stufe. Seit November 2010 erhalten die künftigen Abiturienten regelmäßige Schulungen von Mechthild Rohe. Die Französisch- und Geschichtslehrerin informiert die Schüler über die »wissenschaftspropädeutischen Zielsetzungen« und die »besonderen Anforderungen« der Facharbeit.

 

Dazu gehört unter anderem der Verzicht auf Wikipedia. Mechthild Rohe empfiehlt im Zweifel immer die klassische Recherche: »Wer zum Buch greift, erspart sich unter Umständen viele Klicks.«

 

Ende November 2010 mussten sich die 12er für ein Fach entscheiden. Mitte Dezember folgten die Themenfindungsphase und die ersten Beratungsgespräche mit den Lehrern. Derzeit ist die Schreibphase angesagt.

 

Aufgrund der freien Fächerwahl konnten sich die meisten Aldegrever-Schüler ihre Lieblingsthemen herauspicken. Vier Beispiele: Evelyn Kadima schreibt über den »American Dream«, Maxie Wolf über »Körperliche Misshandlung bei Kindern«, Florian Steig über »Friedrich Nietzsches Kritik an der Moral« und Gianna Sültrop über »Wintergerste«. Doch so unterschiedlich die Themen auch sind – die Probleme sind bei fast allen Schülern gleich, erklärt Gianna Sültrop: »Das Schwierigste ist der Anfang.« Mechthild Rohe kennt die Schwierigkeiten bei der Erstellung von Facharbeiten: »Es ist wichtig, einen vernünftigen Arbeitsplan für die sechs Wochen zu entwickeln. Und man muss ihn auch befolgen.« Mechthild Rohe weiß: »Es gibt immer wieder Schüler, die denken, sie schaffen das alles in einer Woche. Und einige wenige versuchen es mit einer einzigen Nachtarbeit – aber das sind dann meistens Plagiate.«

 

Soester Anzeiger (dpz/Dahm), 26.02.2011

Zurück