»Das ist der Herr von Eisenstein«
von Dr. Albert Kapune
»Moin«, rief Opernsänger Friedrich von Mansberg den Jungs und Mädels zu. Die hatten sich gestern Nachmittag in Schale geworfen, trugen flotte Hüte und flippige Shirts. Das schicke Outfit gehört zu ihrer Rolle. »Uuuund Licht«, hieß es kurze Zeit später: Die Probe begann. »Das also ist der Herr von Eisenstein«, staunte die Klasse 5a des Alde, die bei der Stadtoperette »Die Fledermaus« fröhlich mitmischt.
Mit dem Tenor Friedrich von Mansberg aus Lüneburg lernte sie gestern einen der beiden Freunde kennen, die das Publikum im beschwingten Spiel erheitern. Der Zweite im Bunde: Lehrer Thomas Jacob, der in einem Extra-Programm kurz den Dr. Falke mimt. In dieser Vorstellung stehen auch die Schüler auf der Bühne – und zwar vor ausverkauftem Haus: 600 Leute sitzen im jungen Publikum, um den fidelen Klassiker zu erleben. Es geht um ausschweifende Parties und ums Amüsement. Bei dem eigens für Jugendliche angesetzten Termin begleiten die Besucher das Künstler-Ensemble – und dann sehen sie die Fünftklässler, die derzeit ihre Szenen um Feten und Freundschaften einstudieren. Die werden auch den Macarena nach dem Hit von Los del Rio tanzen. Und sie sind dabei, wenn die Gesellschaft fröhlich das Glas erhebt: »Stoßt an, stoßt an, stoßt an!«
Die Schüler sind mit Begeisterung bei der Sache, schon am 20. April hebt sich der Vorhang, und die Stadthalle gehört ihnen. Noch ist die Truppe die Ruhe selber. Doch Friedrich von Mansberg weiß, wie mulmig auch Profis zumute ist, kurz bevor die Scheinwerfer aufflammen. »Ich bin jedesmal richtig aufgeregt«, verriet er gestern Nachmittag in der Alde-Aula. Sein Tipp: Erst gar nicht versuchen, die Nervosität zu bekämpfen … Feuchte Hände und mächtig Bammel vor dem Auftritt? Alles ganz normal! »Dass ihr soviel Mumm habt, ist toll«, machte der Künstler Mut.
Soester Anzeiger (26.03.2010)
