COMENIUS-Tag 4 und 5
von Dr. Albert Kapune
Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen und doch haben sie eins gemeinsam: Sie leben in Europa. Seit dem vergangenen Wochenende tummeln sich Gäste aus Polen, der Slowakei und der Türkei in Soest. Sie sind allesamt Teilnehmer des Projekts Comenius, ein europaweites Programm, mit dem die EU den Austausch von Schulen fördern möchte.
Das Aldegrever-Gymnasium hat sich als Europaschule mit einem Vorschlag unter dem Titel Lifestyle – Europäische Lebensentwürfe im Vergleich beworben. Der kam bei der EU so gut an, dass das Konzept mit 90 von 100 Punkten ausgezeichnet wurde. Damit übernimmt das Gymnasium aus Soest die Schirmherrschaft für ein Austauschprogramm mit Schulen in Poznań, Prešov und Rize. Bis 2013 sollen insgesamt fünf direkte Treffen stattfinden. Aus der Zusammenarbeit erwarte man, so Schulleiter Burghardt, »wichtige Erkenntnisse bezüglich der Lebensführung und Wertvorstellung« junger Europäer.
Das erste einwöchige Zusammenkommen war in der Soester Börde, am Dreh- und Angelpunkt der Aktion. Mit kleinen Delegationen aus Lehrern und Schülern traf die multinationale Truppe in der alten Hansestadt ein und wurde herzlich von ihren Gastgebern empfangen. Auf Deutsch und mit Händen und Füßen unterhielten sie sich. Bei gemeinsamen Exkursionen wurde viel erlebt und diskutiert. Man lernte voneinander, und ein Austausch der landestypischen kulinarischen Köstlichkeiten kam ebenfalls nicht zu kurz, wobei die Gruppe immer näher zusammen wuchs. Damit war ein Ziel der ersten Zusammenkunft bereits erreicht.
In den Gesprächsrunden warf man allerdings auch einen Blick in die Zukunft. Wie soll das Comenius-Projekt in den folgenden zwei Jahren weitergeführt werden? Was ist den Schulen wichtig und wie lassen sich die Ideen in die Tat umsetzen? Ein wichtiges Anliegen ist es Aldegrever-Schulleiter Martin Burghardt und Projektleiter Bodo Dreves, auch die Stadt Soest mit einzubeziehen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Mackensen kam diesem Gedanken beim Empfang im Burghofmuseum gerne entgegen und betonte das europäische Engagement des Aldegrever-Gymnasiums.
Gefördert wird das Vorhaben von der EU, die es mit einem Betrag von 100.000 Euro auf feste Beine stellt. Diese finanzielle Ausstattung ermöglicht der deutschen Delegation in den kommenden Jahren auch Gegenbesuche. In der Zwischenzeit arbeiten die Schüler der Partnerschulen gemeinsam an europäischen Themen. Den Abschluss des Projekts bildet dann im Jahr 2013 ein finales Treffen am federführenden Aldegrever-Gymnasium.
Die Comenius-Zusammenarbeit ist durchaus eine Herausforderung, doch halten die neuen, in Deutschland geknüpften Verbindungen das Ideengerüst fest. Inmitten dieses Netzes steht das Aldegrever-Gymnasium, und mit Vorfreude schaut man nach vorne, auf den nächsten Austausch im Frühjahr in der Slowakei.
Marie Eickhoff
