COMENIUS-Tag 2

von Dr. Albert Kapune

Geschäftiges Gemurmel und Lachen schallte am Dienstagvormittag aus den Laborräumen des Heinz-Nixdorf-Museums. Delegationen aus drei verschiedenen Ländern sowie Lehrer und Schüler des Aldegrever-Gymnasiums erstellten Trickfilme. Comenius ist ein auf mehrere Jahre angelegtes Projekt, das die Zusammenarbeit mit internationalen Partnerschulen fördern soll. In dieser Woche sind junge Menschen aus Polen, der Türkei und der Slowakei zu Gast und absolvieren Workshops in und um Soest.

 

Nach einem mathematischen Stadtrundgang am Montag war am nächsten Tag eine Exkursion nach Paderborn geplant. Dort erlernten die meisten Teilnehmer in kurzer Zeit das Programmieren – und zwar in der Programmiersprache Scratch. »Scratch ist eine Anwendung, mit der man kleine Filme erstellen kann«, erklärte Dr. Pallack, Mathematiklehrer am Aldegrever-Gymnasium, zu Beginn des Workshops. Die anfänglichen Sprachprobleme konnten gut überwunden werden, da das Programm mehrere Sprachen anbot. Nach den ersten Gehversuchen in der Arbeit mit Anweisungen an den Computer bestand die Aufgabe darin einen Film zu erstellen, in dem Klischees unter der Fragestellung »Wie sieht man unser Land im Ausland?« verarbeitet wurden.

 

Bei der Vorstellung der Ergebnisse wurde geschmunzelt: Heraus kam z. B. ein Deutscher, der pünktlich um 12 Uhr am Strand von Mallorca seine Bratwurst bestellt und enttäuscht ist, dass es dort kein Sauerkraut gibt. Die Türkei zeigte sich mit feiernden Fußballfans, die in einem Auto auf und ab sprangen, und auch die Slowakei identifizierte sich mit dem Fußball: Den Spieler Marek Hamšík ließ man jubelnd über einen Fußballplatz laufen.

 

Als zweiter Programmpunkt erwartete die Gäste noch eine Führung durch das Museum. Erklärt wurden die Exponate nicht von einer Begleitung des Museums, sondern von Schülern des Aldegrever-Gymnasiums, die sich mit einzelnen Ausstellungsstücken näher befasst haben und diese in Deutsch und Englisch erklärten. Es war eine Zeitreise von den Rechenbändern und -knoten der Inka über die Anfänge der ersten Rechenmaschinen bis zu moderner Technik und künstlicher Intelligenz.

 

Am Ende der Besichtigung konnte man mit einem Computer sprechen, der sich fast wie ein echter Mensch verhielt und sogar seine Gefühlslage durch Gesichtsausdrücke auf der Leinwand ausdrücken konnte. »Ich hätte nicht gedacht, dass man sich so gut mit einem Computer unterhalten kann«, erzählt Johanna Hof, Schülerin, begeistert über das Computerprogramm namens Alice.

 

Zum Schluss wurde der Tag noch gemütlich in Paderborns Innenstadt zum Abschluss gebracht. Es war ein Tag, an dem vier Nationen sich miteinander ausgetauscht haben und zusammen vieles über Mathematik, Computertechnik und das Programmieren gelernt haben. Die sprachlichen und kulturellen Barrieren waren dabei kein Hindernis. Dr. Pallack erklärte das so: »Mathematik und Logik, auf der auch Computerprogramme basieren, bilden eine universelle, länderübergreifende Sprache.«

 

Sebastian Kassing

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