Biologieolympiade

von Dr. Albert Kapune

Annika Hinze bei der Preisverleihung

»Biologieolympiade? Was ist das denn?« – »Noch nie davon gehört!«

 

So oder so ähnlich klangen anfangs ausnahmslos alle Kommentare, die ich zu hören bekam, als ich von meinem neuen »Projekt« erzählt habe. Für mich verständlich, ich hatte ja selbst wenige Tage zuvor noch nichts davon gewusst, nur zufällig bin ich darauf im World Wide Web gestoßen. Die »Internationale Biologieolympiade« oder kurz »IBO«, so erfuhr ich, ist ein internationaler Wettbewerb, der sich an biologiebegeisterte Schüler vor allem aus der Oberstufe richtet und in dem fast ausschließlich außerschulischer Stoff erfragt wird. Die ersten vier Runden finden im Schuljahr vor der eigentlichen IBO statt und werden auf Landes- bzw. Bundesebene ausgetragen. Die so ermittelten besten vier Schüler eines Landes wetteifern im jeweiligen Gastgeberland um die Medaillen. Diesen Sommer ist die Endrunde in Taipeh/Taiwan.

 

Eigentlich wollte ich die Aufgaben der ersten Runde in den letzten zwei Wochen der Sommerferien als Vorbereitung auf meinen Biologie-LK lösen, dann hat es mir jedoch so viel Spaß gemacht, dass ich nicht aufhören wollte. Bis auf einige wenige Schwierigkeiten, wie zum Beispiel mir dato unbekannte Fachwörter und ein im ersten Anlauf missglückter Versuch (ein Zweig, dessen Wasserverbrauch im Verlauf von 15 Tagen dokumentiert werden sollte, hat am 6. Tag unerklärlicherweise alle Blätter verloren) war die Arbeit trotz des großen Zeitaufwandes durchweg sehr spannend und informativ. Vor allem die kleinen Teilerfolge beim Suchen und Finden der »Informations-Puzzleteilchen« haben mich motiviert.

 

Kurz nach der Einsendung meiner freundlicherweise durch Frau Radine bestimmten Ergebnisse der ersten Runde stand fest, dass ich es auch in die zweite geschafft hatte.

 

Ende November habe ich dann eine zweistündige Klausur rund um die Themen Cytologie, Anatomie und Physiologie der Pflanzen und Tiere, Verhalten, Genetik und Evolution, Ökologie und Systematik geschrieben, die mir die Grenzen meines Wissens und Fachvokabulars gezeigt hat.

 

Ich war der festen Überzeugung, dass es dieses Mal nicht gereicht hat, ich habe es leider tatsächlich nicht in die dritte Runde geschafft, doch zu meiner großen Überraschung wurde ich zur Feierstunde der 40 besten Teilnehmer aus NRW eingeladen. An dem besagten Tag wurden im Bayer-Werk in Bergkamen unter anderem einige interessante Fachvorträge gehalten und es gab eine Führung durch das Werk. Zum Schluss fand die Preisverleihung durch Ministerialrätin Renate Acht vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW statt.

 

Ich habe viele nette Leute kennen gelernt, die erstaunlicherweise freiwillig und sehr gerne über die verschiedensten Bereiche der Biologie diskutiert haben. Alles in allem war die Biologieolympiade ein wirklich spannendes »Projekt«, ich werde im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder mitmachen. Es geht nach Singapur!

 

Annika Hinze

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