Besuch in Weimar

von Dr. Albert Kapune

Für alle, die weder Zeit noch Muße haben, sich den folgenden Artikel in seiner vollen Länger zu Gemüte zu führen, zunächst ein kleines Brainstorming zu unseren Erlebnissen in Weimar: Schiller und Goethe. Schnee. Historische Altstadt. Kälte. Gedenkstätte Buchenwald. Eiseskälte! Stereotypen. Weimarer Klassik. Kälte. »Das dunkle Weimar des 20. Jahrhunderts«. Weimarer und Weimaraner und viele anregende Gespräche …

 

In der vergangenen Woche vom 8. bis 12. Februar 2010 verbrachte die Jahrgangsstufe 12 des Alde eine lehrreiche, interessante Zeit in Weimar, wobei der Spaß nicht zu kurz kam. Nach der Anreise am Montag ging es mit einer thematischen Rallye zur Stadterkundung los, die die Schüler mit der wirklich wunderschönen Stadt bekannt machen sollte. Also schlitterten wir auf eisigen Wegen vom Schloss über den historischen Marktplatz zum Goethehaus und über viele weitere Stationen. Beim Abendessen fiel direkt das super Buffet auf und besserte die Laune der durchgefrorenen Schüler schlagartig.

 

Der darauffolgende Tag stand dann voll und ganz unter dem Motto »das klassische Weimar«. Obwohl es anfangs nicht so schien, bereitete eine kreative Bearbeitung von Texten Wielands, Goethes, Herders und Schillers den Schülern viel Freude und bot eine Menge Diskussionsstoff. Die anschließende Präsentation ließ nicht nur die Lehrer schmunzeln, auch die Teamer waren sehr zufrieden mit den Sketchen, Standbildern und Fotostories über die »klassischen« Werke.

 

Am Mittwoch drehte sich vormittags alles um Vorurteile, die wir gegen Menschen aus anderen Ländern und aus anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen haben, aber auch welche Vorurteile gegen uns Deutsche existieren. Es ist nicht schön, als spießig, langweilig, diszipliniert und als Nazi abgestempelt zu werden. Mit letzterem sind wir auch schon bei dem Thema, das uns Mittwochnachmittag und am Donnerstag beschäftigt hat: Die Nationalsozialisten in Weimar und das Konzentrationslager Buchenwald. Bei diesem Thema blieben selbst unseren »Stufenkaspern« die Witze im Halse stecken. »Warum?« war das Wort, welches man an diesem Tag wohl am häufigsten gehört hat. Dennoch konnten viele Fragen geklärt werden und außerdem gilt, was einer unserer Teamer immer gesagt hat: »Wenn wir ›nur‹ darüber gesprochen haben, ist das schon genug«.

 

Aufgrund der eisigen Temperaturen und schlechten Straßenverhältnisse musste am Donnerstagvormittag unsere Exkursion nach Buchenwald leider abgesagt werden. Trotzdem fanden sich nachmittags mehr als 30 Schüler, die selbstständig mit Linienbussen zur Gedenkstätte gefahren sind und dort im Modellraum das Leben im KZ vorgestellt bekommen haben, die Baracken der SS-Leute, das Krematorium und die Inschrift »Jedem das Seine« angesehen haben. Alle waren tief beeindruckt und sich einig, dass sich die Fahrt dorthin gelohnt hat.

 

Am Freitag war es dann noch Aufgabe, unser Feedback zu geben und noch einmal unsere Erlebnisse zu reflektieren. Und da hieß es nun nicht mehr »Das Essen war super und die Seminare waren auch ok«, sondern schlicht und ergreifend: »Es war super!«

 

Martin J., Judith H.

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