Bescheidener Überflieger
von Dr. Albert Kapune
Besser hätte der Start in den »Ernst des Lebens« nicht laufen können: Sven Mettner aus Borgeln hat einen Abiturdurchschnitt von 1,0. Wegen dieser Meisterleistung wurde er in Düsseldorf von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ausgezeichnet.
Sven Mettner ist total locker, was die eigenen Noten angeht: »Ich habe mir nie Stress gemacht oder mich irgendeinem Leistungsdruck ausgesetzt«, sagt der 20-Jährige. Ganz im Gegenteil: Während seiner gesamten Schulzeit war Sven sportlich aktiv und hat mehrfach an den Deutschen Meisterschaften in der Mittelstrecke (800 Meter) teilgenommen. Und so etwas kostet viel Zeit. »Mein Ziel war immer nur die Norm. Deswegen war die Teilnahme an den Meisterschaften für mich das Größte.« Trotzdem hat er es mehrfach auf den dritten Platz geschafft, sein »Standardplatz«. Sven Mettner gibt zwar gerne zu, dass er »schon immer« ein guter Schüler gewesen ist, aber erst in der Oberstufe hat er seine Noten so konstant verbessert, dass es für ein 1,0er-Abitur gereicht hat. Als Ziel hatte er es allerdings nie: »Nach der Schule, da stand für mich der Sport klar im Fokus«, so der Sportfan aus Borgeln.
Das exzellente Abitur hat Sven Mettner viele Chancen ermöglicht. Letztendlich hat er sich für ein duales Studium (»Internationales Management«) bei der Bertelsmann AG entschieden, einem der bekanntesten Medienkonzerne der Welt, zu dem unter anderem der Fernsehsender »RTL« und die Wochenzeitschrift »Stern« gehören. Hier ist er in guter Gesellschaft: Seine Mitstudenten bei Bertelsmann haben ebenfalls alle einen 1er-Schnitt. Zwei Jahre wird Sven in Gütersloh bleiben, anschließend eine Planstelle »irgendwo in Deutschland« übernehmen – nach Möglichkeit beim Fernsehsender RTL, »das wäre echt interessant.« Seine Tipps an jetzige Schüler: »Gutes Zeitmanagement und einen genauen Überblick darüber, was man zu tun hat.« Es sei falsch, zu früh mit dem Lernen anzufangen, bestätigt der 20-Jährige: »Ich habe auch erst einem Monat vor dem Abitur mit dem Lernen angefangen, aber ich wusste dann ganz genau, was ich tun muss und was nicht.«
zitiert aus dem Soester Anzeiger, 29.09.2009
