Auf dem Weg nach Leverkusen
von Dr. Albert Kapune
Nur noch wenige Wochen bleiben Laura Mähler und Sebastian Kassing. Die beiden Abiturienten des Aldegrever-Gymnasiums fahren vom 30. Mai bis zum 2. Juni nach Leverkusen zum Bundeswettbewerb von Jugend forscht. Zweimal haben die Schüler mit ihrem Mathematik-Projekt den ersten Platz haben abgeräumt: Beim Regionalwettbewerb und beim Landeswettbewerb, der vom 18. bis 20. März über drei Tage bei Bayer in Leverkusen stattfand.
Obwohl die Zeit für die beiden Abiturienten eine sehr lernintensive ist – in wenigen Tagen beginnen die Abiturprüfungen – wirken die beiden recht entspannt. »Die erste Osterferienwoche haben wir uns komplett um die Weiterentwicklung unseres Matheprojekts gekümmert«, erzählen Laura und Sebastian.
Untersuchungen zur Quadriken-Maschine – ein Projekt aus der linearen Algebra – heißt das Thema, dem sich die jungen Mathematiker zugewandt haben. »Wenn wir einen neuen Einfall haben, sind wir sofort dabei und e-mailen es dem andern. In Gedanken sind wir immer dabei«, erzählen die beiden. Am vergangenen Samstag haben Laura und Sebastian ihr schriftliches Exposé hochgeladen und an die Jury in Leverkusen geschickt. »Die Jury schaut sich alle Arbeiten schon mal an, um im Stoff zu sein.« Am Tag der Präsentation geht die Jury von Tisch zu Tisch. Jede Gruppe erklärt dann etwa zehn Minuten ihr Projekt. Danach stellt die Jury etwa zehn Minuten lang Fragen. »Kurz bevor die Jury an den Tisch kommt, da steigt die Spannung und man wird schon etwas nervös«, weiß Laura Erfahrung. Denn die 18-Jährige hat es im vergangenen Jahr bereits geschafft, mit einem anderen Matheprojekt im Alleingang einen Sonderpreis auf der Bundesebene bei Jugend forscht zu erlangen. Dafür ist sie jetzt von Jugend forscht zur Isef, der amerikanischen Organisation im Sinne von Jugend forscht nach Phoenix eingeladen.
Vom 12. bis zum 17. Mai wird Laura in Arizona zusammen mit amerikanischen Jugendlichen forschen und präsentieren. Kaum zurück in Deutschland steht zunächst die mündliche Abi-Prüfung an, dann zusammen mit Sebastian Jugend forscht in Leverkusen auf dem Programm. In ihrem Projekt stellen Laura und Sebastian – vereinfacht – die Frage: Wieviel Mathematik steckt in einem einfachen Faden? »Wenn man einen Faden auf verschiedene Art und Weise spannt, erhält man unterschiedliche Fadenkonstruktionen.« Am Computer wird dies berechnet, grafisch dargestellt und ins N-Dimensionale erweitert. »Indem wir die Verfahrensweise ins N-Dimensionale übertragen, können wir die Projektion ausrechnen, obwohl wir sie uns nicht vorstellen können«, erklärt Sebastian. Ein ein mal ein Meter großer Würfel diente zur Veranschaulichung des Projekts, das immer mehr verfeinert wird. Für Laura ist es schön, einen Projektpartner zu haben: »Man kann gemeinsam verzweifeln und sich gemeinsam freuen.«
Soester Anzeiger, 06.04.2013 (agu)
