Pictures, Popcorn, Preise: Das Kurzfilmfestival »Aldenale 2008«

von Dr. Albert Kapune

Filmplakat Aldenale 2008
Filmplakat Aldenale 2008
And the winner is: … Ein Hauch von Hollywood durchzog am Abend des 2. April 2008 die ehrwürdige Aula des Aldegrever-Gymnasiums. Die Schüler des Literatur-Kurses der Jahrgangsstufe 13 hatten zur 1. Aldenale geladen, bei der ihre Kurzfilme öffentlich gezeigt und von einer schuleigenen Jury prämiert wurden. Etwa 120 interessierte Schüler, Eltern, Freunde, Lehrer verbrachten, mit Gratis-Popcorn versorgt, einen sehr unterhaltsamen Abend, wie auch der reich gespendete Applaus für die Filme und Akteure zeigte.

Dem Abend vorausgegangen war eine mehrwöchige Arbeit, in der die Schüler im Rahmen eines Filmprojekts zunächst anhand von bekannten Filmen Wissen über wichtige filmische Mittel erarbeitet bzw. wiederholt hatten. In sechs Gruppen schrieben sie dann Drehbücher für drei Literaturverfilmungen, zwei Parodien und ein Sozialdrama, wählten die Schauspieler und geeignete Drehorte in Soest aus, drehten mit der schuleigenen Ausrüstung ihre Filme und bearbeiteten sie dann am Computer nach – nach einer entsprechenden Einführung in ein bekanntes Filmschnittprogramm – im PC-Raum der Schule.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen und vermittelten nach dem Frühjahrskonzert Musik am Alde einen weiteren positiven Eindruck von der musischen Ausbildung an dieser Schule. Eröffnet wurde die Aldenale mit dem Film Vom Rotlicht- ins Blaulichtmilieu, eine filmische Umsetzung einer Satire von Wiglaf Droste, bei der besonders der von Simeon Jesse verkörperte Zuhälter Szenenapplaus bekam. Es folgte mit Das Fenstertheater eine Verfilmung des gleichnamigen Kurzgeschichten-Klassikers von Ilse Aichinger – Film pur, da er völlig ohne gesprochene Worte auskam und vor allem schauspielerisch überzeugte. Max Schürenberg erhielt hier für seine Leistung den Preis als bester Hauptdarsteller. Eine beeindruckende Bebilderung des Erfolgssongs Chicago von Clueso stellte der darauffolgende gleichnamige Film dar; den Preis für die beste Hauptdarstellerin erhielt hierfür Annemarie Kolnsberg.

Großes Gelächter und den Publikumspreis Bester Film erntete Nameless Movie, eine technisch aufwendige Parodie auf billige Gruselfilme. An sie schloss sich Knight Rider an, gleichfalls eine Parodie, die besonders durch originelle Dialoge, Spezialeffekte und ausgefallene Drehorte bestach und zudem einen Sonderpreis für die »autoschonendste Verfolgungsjagd der Filmgeschichte« bekam … Den Abend beschloss Anxiety, ein ernster und durchdachter Film darüber, wie Rassismus Vertrauen und damit eine junge Familie zerstört.

Nach der Filmvorführung und der feierlichen Verleihung der Filmpreise bedankte sich der Literaturkurs-Leiter Herr Zschocke bei den Zuschauern für ihr Interesse, bei der Jury für das Opfern ihrer Freizeit und bei Herrn Zedler, Jurymitglied und Leiter des Kinos im Alten Schlachthof, für die Stiftung des Publikumspreises, nämlich Freikarten für die Macher von Nameless Movie.

Bedenkt man den großen Zuschauerzuspruch, so wäre es wünschenswert, dass diese erste Aldenale nicht die letzte bleibt und am Mittwochabend eine neue Tradition am Alde begründet wurde.

Wolfgang Zschocke

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