Äußerst freundlich, gar herzlich

von Dr. Albert Kapune

Zu Besuch in Presov

Zuvacka ist slowakisch und bedeutet Kaugummi. Kein Schüler des Aldegrever-Gymnasiums der Jahrgangsstufe 9 hätte sich Anfang des Jahres gedacht, dass er jemals dieses fremdartig klingende Wort hören oder gar aussprechen würde. Mit Adrian Halberstadt, Pia Dieckmann und Franziska Hof machten sich jedoch für eine Woche drei Schüler des Alde zusammen mit ihren Lehrern Bodo Dreves und Julia Loreng auf den Weg in die ehemalige Tschechoslowakei.

 

Das Comenius-Projekt ermöglichte es den Schülern diese besondere Erfahrung zu machen. Sie bekamen einen Einblick in ein irgendwie fernes Land und lernten seine Menschen schätzen und auch zum Teil lieben. Lifestyle – Europäische Jugendkulturen im Vergleich heißt das Thema des Gesamtprojekts. Neben dem Aldegrevergymnasium nehmen Partnerschulen aus Presov (Slowakei), Poznan (Polen) und Rize (Türkei) in der Projektsprache Deutsch daran teil. Nach einem ersten Besuch der Partner in Soest, stand nun ein Treffen im ostslowakischen Presov an.

 

Mit der Bahn ging es von Soest nach Düsseldorf. Von dort flogen die fünf Soester über Prag nach Koice. Und von dort noch einmal per Taxi ins rund 30 Minuten entfernte Presov. Dort warteten schon die Gastschüler und -eltern auf die Besucher und das Abenteuer begann. Die Gastfreundschaft in der drittgrößten Stadt der Slowakei beschränkte sich nicht nur auf die unmittelbaren Gastgeber. Auch die Schüler und Lehrer der Partnerschule begegneten den Gäste äußerst freundlich, gar herzlich. Kaum angekommen erfuhr Adrian hautnah die landestypischen Bräuche kennen. »Zum Namenstag des Nachbarn der Gastfamilie wurde die gesamte Nachbarschaft eingeladen«, erinnert sich Adrian Halberstadt. Die Gasteltern kauften den Schülern eigens Hausschuhe, damit sie sich in der Wohnung wohlfühlten. »Ständig wurde uns Essen angeboten, dies abzulehnen, hätte großes Unverständnis bei den Gastgebern hervorgerufen«, erklärt Pia Dieckmann.

 

Eine der Aufgaben in Presov war die Repräsentation und Kommentierung der Projektergebnisse zum Thema Jugend und Kirche – religiöse Orientierung im Vergleich. Dafür hatten die Schüler zuvor Fragebögen aus den Partnerländern ausgewertet. Doch auch außerhalb der Arbeit am Projekt hatte die Soester Delegation ein straffes Programm. Dazu gehörten Besuche von Museen oder der Synagoge von Persov. Im Nordosten der Slowakei wurde ein Burg besichtigt und der Fluss Dunajec, der die Grenze zu Polen darstellt, auf einer Floßfahrt erkundet. Auch Koice, Kulturhauptstadt Europa im Jahr 2013, wurde besichtigt. Die Woche wurde mit einem gemeinsamen Bowling-Abend beendet.

 

»Wir sind völlig überwältigt von der offenen und herzlichen Lebensweise der Menschen in Presov, von der Schönheit und Ordnung der Städte, die wir besucht haben und von der wunderschönen Landschaft der Ostslowakei. Wir werden auf jeden Fall irgendwann wiederkommen«, sind sich Pia, Franziska und Adrian nach der ereignisreichen Woche einig.

 

Soester Anzeiger, 12.07.2012

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