Abrakadabra beim Alde-Oberstufenfußballturnier

Die Zurufe und der Beifall ebbten abrupt ab. Gerade herrschten noch Jubel, Trubel und Heiterkeit, im nächsten Moment hatte sich Malte Stukenborg aufgrund eines unglücklichen Sturzes das Schlüsselbein gebrochen. Unter großem Schmerzen und der Anteilnahme aller Anwesenden wurde er von den Rettungssanitätern aus der Halle transportiert. Auch wenn von diesem Moment ein Schatten über der Veranstaltung lag, wurde das Turnier nach Rücksprache mit dem Notarzt über die Schwere der Verletzung und nach Übereinkunft mit den Spielführern der einzelnen Mannschaften fortgesetzt.

 

Die sportlichen Ereignisse lassen sich schnell auf den Punkt bringen. Viele gute und ambitionierte Mannschaften nahmen teil, aber ein Team überragte alle anderen dann doch. Ja, es ist die Rede vom Lehrerteam. Aus einer massiven Abwehr heraus wurde das Spiel kontrolliert aufgebaut. Mal schwärmten die Spitzen über die Flügel aus, wo sie einen Angriff nach dem nächsten wie aus dem Lehrbuch vortrugen. Dann wiederum wurde das Mittelfeld mit schnellem und sicherem Kombinationsfußball in Windeseile überbrückt. Gegner und Publikum hatten Probleme dem Geschehen auf dem Platz zu folgen. In der Spitze lauerten die abgezockten Knipser, die das runde Leder nach belieben einnetzten. In der Schaltzentrale lenkten die arrivierten Lehrkörper Rüther und Antzcak das Spiel wie seiner Zeit Karajan die Berliner Symphoniker. Ein Mann drückte dem Spiel aber ganz besonders seinen Stempel auf. Nils Könemund beackerte den Hallenboden wie ein Irrwisch. Stopfte Löcher, tanzte seine Gegner auf dem Bierdeckel aus und hämmerte, wenn nötig, das Runde ins Eckige.

 

Der einzige Wermutstropfen an diesem Bericht: Nicht alles entsprach den Tatsachen. Viel mehr war der Wunsch der Vater des Gedanken. Kampfgeist und Einsatzwille wurden bewiesen, aber die Protagonisten an diesem denkwürdigen Nachmittag spielten in den Reihen der Oberstufenkurse. Insbesondere die 11-1 um Jan Schäfer, Kai Frye und Jan Brieger brillierte ein ums andere Mal. Das Team der Lehrer wurde mit 5:0 deklassiert. Ein Ausscheiden in der Vorrunde war somit beschlossene Sache.

 

Spektakuläre Torhüterparaden, Traumtore in den Winkel aber auch körperbetonte Zweikämpfe waren an der Tagesordnung. Den inoffiziellen Preis für das rüdeste Einsteigen konnte ruhigen Gewissens an »Attacke-Antje« (Name von der Red.geändert) vergeben werden. Den Ball immer im Visier wurde auch schnell die Gegnerin zu Fall gebracht. Da wurde die Blutgrätsche an der Mittellinie gesetzt. Schwups. Schon wieder eine Kontrahentin gelegt. Allein der Schiedsrichter ließ Milde walten. Ein Nachspiel von Seiten der UEFA-Kommission ist auch nicht zu befürchten.

 

Sarah Kleves Torwartspiel zeigte sich gegenüber dem Vorjahr stark verbessert. Ein Tunnel gelang diesmal nicht. Auch sonst zeigte sie sich als sicherer Rückhalt des Lehrerinnen-Teams. Allein mit einem Torerfolg oder gar einem Punktgewinn wurde das couragierte Auftreten der Mannschaft leider nicht belohnt.

 

Im Halbfinale der Herren wurde den Altstars von den bereits erwähnten 11-1-Team die Grenzen aufgezeigt. Mit einem mühelos anmutendem 4:0 erreichten diese das Finale gegen das 12-1-Team, welches in einem hart geführten Match das favorisierte 13-1-Team um Lennart Bamberg auf den Boden der Tatsachen zurückholen konnte.

 

Im Finale trafen dann die erwiesener Maßen besten Turniermannschaften aufeinander. Lange Zeit sah es nach einem Sieg der Underdogs aus der 11 aus. Durch einen wunderschön herausgespielten Treffer der Nr. 8 schien der Griff nach dem legendären Aldegrever-Oberstufenturnier-Wanderpokal nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Im sicheren Glauben, das Turnier in der Tasche zu haben, schlich sich aber der Schlendrian ein. Nach der Auswechslung Jan Briegers, dessen Leistungssprung viele Kritiker lediglich auf das Tragen seines »Power-Balance-Armbands« zurückführten, welches angeblich zu einem verbesserten Ionen-Ausgleich führe, fehlte es der Defensive an Stabilität. Dieses machte sich der »MVP« des Turniers Dennis Beckmann zu Nutzen, der mit seinen Bilderbuchtoren den Spielverlauf auf den Kopf stellte.

 

Sepp Herbergers Weisheit, ein Spiel dauere acht Minuten, hatte sich mal wieder bestätigt.

 

Malte, gute Besserung!

 

Stefan Tietjen

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