Von Lieblingsschweinen, Molly und dem Bunkerköpfroder
von Dr. Albert Kapune
In sechs Monaten von 25 auf 120 kg. Die Weight Watcher wären betroffen, aber für Bauer Kind ist es ein Glücksfall. Heute noch ein schlankes Ferkel, morgen der Lieferant für das nächste Wiener Schnitzel.
Die Klasse 5c hatte die Gelegenheit, sich selber ein Bild von einem Bauernhof zu machen. Ausgestattet mit Karten und Proviant startete die Klasse ihren »beschwerlichen« Weg zum Bauernhof der Familie Kind im Norden der Stadt (Liebfrauenweg) unter der Begleitung der Herren Könemund und Tietjen, die auch bei »Bauer sucht Frau« sicherlich ein gutes Bild abgeben würden. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Herrn und Frau Kind und Hund Molly, der von allen Schülern gleich in ihr Herz geschlossen wurde, berichtete der Landwirt von den Zuckerrüben, Wintergerste und der Schweinemast, mit denen er seinen Gewinn erwirtschaftet. Die Schüler hörten angeregt zu und stellten auch viele Fragen, die sich vorher im Unterricht überlegt hatten.
Die meisten Antworten wurden auch meisterlich beantwortet, nur auf Emmas Frage, ob Herr Kind denn auch ein Lieblingsschwein hätte, kam zunächst ein etwas ratloses Schulternzucken. »Nein, das hätte er nicht. Die Schweine seien ja schließlich Nutztiere.« Nach der Einführung über landwirtschaftliche Arbeitswesen erfolgte ein Gruppen-Photo vor dem Fendt-Traktor und anschließend eine Führung über den Bauernhof. Um den hygienischen Anforderungen gerecht zu werden, mussten Schutzanzüge angelegt werden. Der ein oder andere musste sich erst einmal in seinem XL-Anzug zurechtfinden. Das Gerücht, Emma und Luca hätten sich in ihrem Anzug verlaufen, muss an dieser Stelle aber zurückgewiesen werden.Saatmaschinen und der Bunkerköpfroder wurden inspiziert. Der kostete mal locker 280.000 Euro. Aus diesem Grund haben sich auch mehrere Bauern beim Kauf dieses Ungetüms beteiligt, sodass sie diesen abwechselnd auf ihren Feldern einsetzen können. Neben den Schweinen, die heute schon nicht mehr leben, wurden zur Freude der Schüler auch noch ein paar Pferde und freilaufende Hühner entdeckt. Abschließend bedankte sich Jolene, die Klassensprecherin, im Namen der Klasse 5c bei Familie Kind für den gelungenen Tag auf dem Lande.
Der Rückweg gestaltete sich dann doch recht mühsam. Einige Schüler hatten Gefallen an ihren »Maleranzügen« gefunden und wollten – auch wenn schweißtreibend – diese um keinen Preis wieder ausziehen. Außerdem erhofften sich einige spitzfindige Schüler, die Rückkehr in die Schule zu verzögern, indem sie immer wieder »Abkürzungen« vorschlugen oder sich auffällig oft das Schuhband schnüren mussten. Wohlbehalten wurde das Alde aber vor der 6. Stunde erreicht. Nun bleibt abzuwarten, ob das »Klassenklima« den mitgebrachten Zuckerrübensamen auch ein schnelles Wachstum ermöglicht.
Nils Könemund und Stefan Tietjen
(Noch keine Vegetarier, aber auf dem besten Wege!)
Zwei Schülerinnen der Klasse 5c berichten von der Exkursion zum Bauernhof
Als Erstes gingen wir durch Soest zur Familie Kind, um mehr über die Landwirtschaft zu erfahren. Auf dem Bauernhof angekommen, wurden wir herzlich begrüßt. Dann setzten wir uns draußen hin und hörten aufmerksam zu, was Bauer Kind über Zuckerrüben und sein Getreide erzählte. Seine Frau reichte die Sachen herum. Das Getreide durften wir auch probieren. Danach hat er noch ein paar Sachen über den Hof und die Tiere darauf erzählt. Gleich danach haben wir uns Maleranzüge angezogen und sind in den Stall marschiert und sahen uns die Mastschweine, die Maschinen und die Silos an. Als wir fertig waren, haben wir gegessen und noch ein bisschen gespielt. Ich fand den Hofbesuch toll, weil wir sofort positiv aufgenommen und eingeführt worden sind.
Cecilie Dengs, 5c
Wir waren auf einem sehr interessanten Bauernhof. Dort waren viele niedliche Tiere, wie Hunde, Hühner und noch vieles mehr. Als Erstes haben sich alle auf eine Bank gesetzt und es wurde uns viel Getreide gezeigt. Es sind viele nützliche Informationen, weil man sie wahrscheinlich das Leben lang brauchen wird. Aber am allerwichtigsten waren dann doch die Schweine. Deswegen sind wir auch dorthin gelaufen. Die Familienmitglieder haben uns in die Schweineställe geführt. Dort durften wir die Schweine streicheln und in ihre Boxen gehen. Währenddessen haben wir erzählt bekommen, dass die Schweine als Ferkel hier ankommen und sechs bis acht Monaten wieder weggebracht werden. Dann wiegen sie 120 Kilogramm. Alle Tiere mit einem hellen pinkfarbenen Strich auf dem Rücken wurden am nächsten Tag geschlachtet. Als wir dann wieder nach draußen gingen, war ich schon ganz schön müde, weil der Tag dort anstrengend und wundervoll war.Ich fand den Bauernhof gut, weil wir viele Informationen über einen Bauern erfahren haben.
Jasmin, 5c
